BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Nürnberger S-Bahn-Schubser zu mehrjähriger Haft verurteilt | BR24

© BR

Die damals 17-jährigen Täter, die im Januar drei Jugendliche in Nürnberg in ein S-Bahn-Gleis gestoßen haben, müssen ins Gefängnis. Sie wurden wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu Haftstrafen von mehr als drei Jahren verurteilt.

37
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Nürnberger S-Bahn-Schubser zu mehrjähriger Haft verurteilt

Im Prozess um die tödliche Rangelei in einem Nürnberger S-Bahnhof sind die beiden Angeklagten zu Haftstrafen verurteilt worden. Sie hatten drei andere Jugendliche aufs Gleis gestoßen - zwei 16-Jährige wurden von einem Zug überrollt und getötet.

37
Per Mail sharen

Im Prozess um die tödlichen Stöße in das S-Bahn Gleis am Bahnhof Frankenstadion ist heute vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth das Urteil gesprochen worden. Die beiden zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alten Täter wurden wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu Haftstrafen von drei Jahren und sechs Monaten beziehungsweise zu drei Jahren und drei Monaten verurteilt.

"Die Angeklagten haben völlig ruhig reagiert. Man kann sagen ohne jegliche Reaktion", sagte Gerichtssprecher Friedrich Weitner dem BR. Sie hatten sich im Verlauf des Prozesses bei den Hinterbliebenen entschuldigt.

Angeklagte sind für Tod zweier Schüler verantwortlich

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die beiden Angeklagten für den Tod zweier 16-jähriger Schüler verantwortlich sind. Allerdings hätten sie den Tod nicht in Kauf genommen, weil sie einen einfahrenden Zug nicht gesehen hatten. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, dass ein Jugendlicher von den Angeklagten ins Gleisbett geschubst wurde, zwei weitere Jugendliche stürzten ebenso. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer Haftstrafen von drei Jahren und neun Monaten beziehungsweise vier Jahren und fünf Monaten wegen Körperverletzung mit Todesfolge gefordert.

Verteidiger hatte Bewährungsstrafen gefordert

Auch die Verteidiger der Angeklagten sahen keine Tötungsabsicht ihrer Mandanten, forderten allerdings Bewährungsstrafen. Die beiden Täter hatten gestanden an einer Rangelei am Bahngleis beteiligt gewesen zu sein.

Tragödie geschah nach Disco-Besuch

Nach einem Disco-Besuch im Januar diesen Jahres waren die damals 17-jährigen Angeklagten in eine Rangelei am Bahnhof Frankenstadion verwickelt. Sie hatten gestanden, drei Jugendliche in das Bahngleis gestoßen zu haben. Zwei 16-Jährige wurden von einem durchfahrenden Zug erfasst und getötet, ein weiterer Jugendlicher konnte sich aus dem Gleis retten.

Urteilsverkündung unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Die Eltern der getöteten Schüler wollten eine Verurteilung wegen Totschlags erreichen. Ihre Anwälte sagten in den Plädoyers, die Angeklagten hätten den Zug gesehen und den Tod der 16-Jährigen billigend in Kauf genommen. Das Verfahren vor der Jugendkammer fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, ebenso die Urteilsverkündung. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Überwachungsvideo entscheidend bei Urteilsfindung

Bei der Klärung des Sachverhalts sei das Überwachungsvideo von zentraler Bedeutung gewesen, sagte der Gerichtssprecher Friedrich Weitner. Aus diesem habe sich ergeben, dass von den beiden getöteten Jugendlichen keinerlei Aggression ausgegangen sei. Sie hätten sich beschwichtigend und ruhig verhalten, obwohl einer der Angeklagten sich vorher am nicht geöffneten Rucksack eines der getöteten Jugendlichen zu schaffen gemacht hatte.

Darauf angesprochen hätte einer der Angeklagten aggressiv und provokativ reagiert, so das Gericht. Anschließend sei es zu einer Eskalation der Auseinandersetzung gekommen, wobei die Gewalt von der Gruppe ausging, zu der die beiden Angeklagten gehörten. Dabei hätten sie die beiden Opfer ins Gleisbett geschubst, wo diese unmittelbar von einem durchfahrenden Zug erfasst wurden.

© BR

Im Prozess um die tödlichen Stöße in das S-Bahn Gleis ist heute vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth das Urteil gefallen. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die Beiden für den Tod zweier 16-Jähriger Schüler verantwortlich sind.