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Engpässe bei der S-Bahn München: Schüler schlagen Alarm | BR24

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Wegen fehlender Fahrzeuge werden bei der Münchner S-Bahn bis Dezember bei den Linien S3 und S8 die "Taktverstärker" entfallen, die in der Hauptverkehrszeit den Fahrplan statt der üblichen 20 Minuten auf einen 10-Minuten-Takt verdichten.

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Engpässe bei der S-Bahn München: Schüler schlagen Alarm

Schüler, die stehen gelassen werden, sich verspäten oder beinahe erdrückt werden. Der Landesschülerrat schlägt Alarm. Gerade die Streichung der Verstärkerzüge bei der S-Bahn München zu Schuljahresanfang treffe die Schüler besonders hart.

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Die Landesschülervertretung fordert vom Freistaat Bayern und der Bahn, die Verstärkerzüge bei der S-Bahn München umgehend wieder einzusetzen.

Überfüllte S-Bahnen

Die verkündete Streichung bis Dezember bedeute nicht nur, dass sich die Zeit für den Schulweg maßgeblich verlängere. "Hieraus resultieren deutlich vollere und häufig sogar überfüllte Züge in den Morgen- und Nachmittagsstunden", heißt es in der Pressemitteilung des Landeschülerrats. Dadurch verlören die Schüler ein großes Stück Sicherheit bei der Benutzung der S-Bahn.

"Es kann nicht sein, dass wir Schülerinnen und Schüler neben den Berufspendlern die Hauptleidtragenden einer kaputt gesparten S-Bahn sind und die hierdurch entstehenden massiven Einschränkungen in der Beförderung ausbaden müssen. Ich sehe die bayerische Landesregierung, aber auch die Landeshauptstadt München nun in der Pflicht, eine adäquate Lösung herbeizuführen." Joshua Grasmüller, Landesschülersprecher der Gymnasien in Bayern

Streichung des 10-Minutentakts ausgerechnet zu Schuljahresbeginn

Besonders unglücklich sei, dass der Zeitpunkt des Ausfalls gerade zu Beginn des Schuljahrs kommt. Ausgerechnet dann, wenn eine große Zahl von Erst- und von Fünftklässlern sich auf einen neuen Schulweg einstellen muss.

Auf den Linien S3 nach Mammendorf und S8 nach Germering entfallen die Verstärkerzüge für einen Zehnminutentakt ganz, auch auf anderen Linien strich die Bahn bestimmte Verbindungen.

Krisenstab von Bahn und Verkehrsministerium soll Lösung finden

Verkehrsminister Hans Reichhart hat Ende vergangener Woche erklärt, dass auf Drängen des Ministeriums ein Krisenstab eingerichtet worden sei. Möglichst in dieser Woche soll ein Ersatzkonzept stehen und konkrete Verbesserungsmaßnahmen sollten greifen. Die Bahn erklärte, sie arbeite mit Hochdruck in alle Richtungen.

Task-Force gegründet - allerdings kein Zeitplan zur Wiedereinführung der Züge.

Dazu wurde eine Task-Force unter Leitung des bayerischen Bahnchefs Klaus-Dieter Josel gegründet. Die Bemühen laufen, Ersatzfahrzeuge für das Münchner Netz zu bekommen, dazu werde „der bundesweite DB-Fahrzeugpool auf mögliche freie Kapazitäten geprüft", Die Bahn sei auf Kurs, „das volle Fahrplanangebot wieder zu ermöglichen,“ heißt es weiter in einer Mitteilung des Konzerns vom Nachmittag. Die Bahn verweist außerdem darauf, dass sie bei der S-Bahn München 97 Prozent des Fahrplanangebots erfülle. Allerdings gibt es weiter keinen Zeitplan für die Wiedereinführung der gestrichenen Verstärkerzüge des 10-Minutentakts auf den betroffenen Linien.

Schüler können sich Protestaktionen vorstellen

Joshua Grasmüller sagte im BR-Interview, er könne sich Protestaktionen wie eine Demo gut vorstellen, wenn weiter nichts passiere. Von den Ankündigungen der Politiker hätten sie nur gemerkt, dass am Bahnhof Pasing Aufsichten in gelben Warnwesten stünden, "die Schüler nicht mehr in die Züge lassen, auch wenn die S-Bahn dort noch lange steht und nicht voll ist."