| BR24

 
 

Bild

Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes
© pa / dpa / Matthias Balk

Autoren

Eva Lell
Rüdiger Hennl
© pa / dpa / Matthias Balk

Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes

"Kein Problem", diese zwei Wörter kommen auffallend oft vor im Statement des Präsidenten des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) vor der Staatskanzlei. Dass fünf Meter neben Bächen und Flüssen nicht gedüngt und gepflügt werden darf, im so genannten Gewässerrandstreifen, sei bei entsprechendem finanziellen Ausgleich "kein Problem", so Walter Heidl.

Bewegung bei den Landwirten

"Kein Problem" ist für Heidl nun auch, dass bis zum Jahr 2030 30 Prozent der Agrarflächen ökologisch bewirtschaftet werden sollen - wenn der Markt das hergibt, wie er zum Auftakt betonte.

"Wenn der Markt dafür da ist, überhaupt kein Problem. Es geht nur darum, dass man das mit dem Markt gemeinsam auf dem Weg bringt." Walter Heidl, BBV-Präsident

Vor wenigen Tagen klang der Bauernverband noch ganz anders. Offensichtlich gab es da Bewegung. Er sehe keine unüberwindbaren Hürden, sagt Heidl nun.

"Es geht darum, dass wir insgesamt einen gemeinsamen Weg finden." Walter Heidl, BBV-Präsident

Mit dem Bulldog zur Staatskanzlei

Die Initiatoren des Volksbegehrens kamen mit einem großen Bulldog zur Staatskanzlei. Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann sagte, damit wolle man zeigen, wie viele Landwirte hinter dem Volksbegehren stehen und sich eine andere Landwirtschaft wünschen.

Andere Agrarpolitik als Ziel

Eine Landwirtschaft mit weniger Wettbewerbs- und Intensivierungsdruck, das wünscht sich auch der Bund deutscher Milchviehhalter, der mit am Tisch in der Staatskanzlei sitzt. Für dessen Sprecher Hans Foldenauer ist das Volksbegehren, mit dem das bayerische Naturschutzgesetz geändert werden soll, nur ein "Heftpflaster". Er fordert eine prinzipiell andere Agrarpolitik:

"Unser Grundproblem ist die Ausrichtung der Agrarpolitik auf Wettbewerbs- und Intensivierungsdruck, auf das Ziel hin, die Landwirtschaft zum billigen Rohstofflieferanten für die Konzerne zu machen (…) Alles andere, was jetzt im Gespräch ist, ist zwar gut gemeint, aber es ist im Grunde eine Heftpflasterpolitik." Hans Foldenauer, Bund deutscher Milchviehhalter

Der Landesbeauftragte des Bundes Naturschutz, Richard Mergner, sagte zum Auftakt, das Volksbegehren-Bündnis warte nun auf ein Angebot von Bauernverband und Staatsregierung.

Initiatoren kommen mit starkem Rückenwind

Das Volksbegehren "Rettet die Bienen" war mit 1,75 Millionen Unterzeichnern das erfolgreichste in der Geschichte des Freistaats. Entsprechend selbstbewusst gehen die Umweltschützer in das Gespräch in der Staatskanzlei. Die Fischer, die Bergbauern, die Milchviehhalter, der Bauernverband, die Imker, die Naturschützer - sie alle sitzen mit am Tisch.

Moderiert wird das Gespräch vom ehemaligen Landtagspräsidenten Alois Glück (CSU). Er wird nach dem ersten Gespräch einen Vorschlag dazu machen, wie die Gespräche weitergehen sollen.

Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes

Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes