Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Rund 4.000 Teilnehmer demonstrieren in Nürnberg und Erlangen | BR24

© BR

Auch in öffentlichen Einrichtungen und Uni-Kliniken machten viele bei den Warnstreiks mit - und fordern 6% mehr Geld - mindestens aber 200 Euro mehr. In den Krankenhäusern mussten OPs verschoben werden.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Rund 4.000 Teilnehmer demonstrieren in Nürnberg und Erlangen

Rund 4.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben in Nürnberg und Erlangen für mehr Lohn demonstriert. In Erlangen waren es mehr als 2.000 Teilnehmer. Besonders betroffen von dem Warnstreik war das Uniklinikum in Erlangen.

Per Mail sharen
Teilen

Vor der Kundgebung auf dem Erlanger Schlossplatz waren die Demonstranten bereits vom Kulturzentrum E-Werk aus durch die Innenstadt gezogen. Viele schwenkten Fahnen und hielten Banner mit der Aufschrift "Wir sind es wert."

Norbert Flach, der stellvertretende Landesbezirksleiter von Verdi Bayern, sagte zum Bayerischen Rundfunk: "Die Beteiligung ist sehr gut und die Arbeitgeber sollen sich nicht täuschen lassen. Wir fordern sechs Prozent, mindestens 200 Euro, eine stärke Anhebung im Bereich der Pflege und 100 Euro mehr für die Auszubildenden. Wir haben volle Kassen, wir haben Fachkräftemangel, der öffentliche Dienst hat Schwierigkeiten gutes Personal zu bekommen und zu halten, da muss jetzt endlich was passieren."

Universitätsklinikum besonders betroffen

Neben Verdi hatten zu der Kundgebung in Erlangen auch die Bildungsgewerkschaft GEW, die Polizeigewerkschaft GdP und die IG BAU aufgerufen. Besonders viele Beschäftigte des Universitätsklinikums Erlangen beteiligen sich an dem Warnstreik. Der Betrieb laufe mit nur 45% der OP-Kapazität, sagte der Ärztliche Direktor Heinrich Iro zum Bayerischen Rundfunk.

48-Stunden Warnstreik am Klinikum

Iro hat aber Verständnis für die Beschäftigten: "Die Mitarbeiter sollen für das, was sie hier tun, und das ist teilweise schon sehr anspruchsvoll, auch einen adäquaten Lohn bekommen." Dennoch appellierte er an die Tarifparteien eine schnelle Einigung herbeizuführen. "Dass das auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird, sollten sich alle Tarifparteien ganz heftig zu Herzen nehmen", so der ärztliche Direktor.

Der Warnstreik am Uni-Klinikum dauert 48 Stunden. Um Patientinnen und Patienten nicht zu gefährden, haben Verdi und die Klinikleitung eine Notdienstvereinbarung unterzeichnet. Vier Stationen am Uni-Klinikum Erlangen wurden vorrübergehend geschlossen.

Demonstration in Nürnberg

Mehr als 1.700 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben auch in der Nürnberger Innenstadt demonstriert. Wie die Veranstalter, der DBB Beamtenbund und Tarifunion, mitteilt, forderten sie die Arbeitgeber lautstark auf, ein verhandlungsfähiges Angebot für die Tarifverhandlungen vorzulegen.

Gewerkschaft: Von Tariferhöhungen könnten alle profitieren

"Allein 2018 haben die Länder einen Überschuss von 11.1 Milliarden Euro erwirtschaftet: Es ist genug Geld da, um einen Tarifabschluss zu gestalten, vom dem alle profitieren", so Fachvorstand Tarifpolitik Volker Geyer als Redner bei der Kundgebung auf dem Lorenzer Platz. Davon könnten alle profitieren, so Geyer, sowohl die Beschäftigten im Landesdienst, der öffentliche Dienst an sich, weil er als Arbeitgeber auch zukünftig konkurrenzfähig bleibe und die Bürger, die eine moderne Verwaltung mit zufriedenen Beschäftigten zu schätzen wüssten.

Beamte dürften nicht abgehängt werden

"Ein funktionierender Staat, als effektiver Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger, kann nur effektiv arbeiten mit motivierten und starken Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern", bekräftigte auch der stellvertretende Bundesvorsitzende der Fachgewerkschaft der Straßen-und Verkehrsbeschäftigten VDStra., Klaus Eckl. Die Vorsitzende der dbb Bundesfrauenvertretung Helene Wildfeuer, erinnerte daran, dass es vor allem die vielen Frauen im öffentlichen Dienst seien, "die als Kranken- und Altenpflegerinnen einen gewaltigen Dienst an der Gesellschaft leisten." Zudem betonte sie, dass auch die Beamten nicht von den Lohnentwicklungen abgehängt werden dürften.