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Kundgebung gegen den Wolf | BR24

© BR / Laila Heyne

Veranstaltung des bayerischen Bauernverbandes in Rohrdorf - Wolf oder Weidewirtschaft.

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Kundgebung gegen den Wolf

Im oberbayerischen Rohrdorf hat der Bayerische Bauernverband gestern Abend eine Kampagne gegen den Wolf gestartet. Die Forderungen der Bauern: "wolfsfreie Zonen" und ein effektiver Schutz ihrer Tiere.

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Im oberbayerischen Rohrdorf hat der Bayerische Bauernverband gestern Abend eine Kampagne gegen den Wolf gestartet. Die Forderungen der Bauern: "wolfsfreie Zonen" und ein effektiver Schutz ihrer Tiere.

Sogar aus Garmisch sind am Abend über 70 Landwirte mit dem Bus nach Rohrdorf in den Gasthof Hotel zur Post angereist. Während der Veranstaltung hingen überall Plakate im Saal und lagen auf den Tischen, auf ihnen war zum Beispiel „Alpen bald ohne Kühe“ oder „Stoppt den Wolf endlich“ zu lesen.

Mehreren Bauern haben Wölfe schon Vieh tot gebissen

Teilweise treiben die Bauern ihre Tiere gar nicht mehr auf die Almen. Mehrere von Ihnen berichteten, dass ihr Vieh teilweise schon von Wölfen gerissen wurde. Darunter auch ein Bauer aus Au am Inn (Lkr. Mühldorf) sowie eine Bäuerin aus Piding (Lkr. Berchtesgadener Land).

Christine Singer, die Bezirksbäuerin von Oberbayern, sagt: „Da, wo der Wolf Platz hat, da soll er sein. Wir wollen nicht den Wolf ausrotten. Ich fordere einfach, dass die Politik reagiert."

Die Politik solle sich gemeinsam mit betroffenen Bauern sinnvolle Maßnahmen überlegen. Als ersten Schritt hat der Bayerische Bauernverband das Papier "Wölfe gefährden die bäuerliche Weidewirtschaft in Oberbayern!" präsentiert, das im Anschluss viele der Anwesenden unterschrieben haben.

Bauern fordern "Wolfsbestände regulieren"

Darin steht unter anderem, dass die lokale Bevölkerung und Tourismus berücksichtigt werden sollen. Außerdem sollen die Wolfsbestände konsequent reguliert werden und nur in Ausnahmefällen Herdenschutzhunde eingesetzt oder die Tiere eingezäunt werden.

Den Abend eröffnete Anton Kreitmair, der Präsident des Bayerischen Bauernverbands und neben der Oberbayerischen Bezirksbäuerin sprach auch die Rosenheimer Kreisbäuerin Katharina Kern. Außerdem hielt der Direktor des Bauernbundes Südtirol, Siegfried Rinner, einen Vortrag. Er berichtete von den Südtiroler Wolfserfahrungen.

Südtiroler raten zu Wolfs-Riss-Dokumentation und Wolfsstudien

Er gab den bayerischen Bauern den Tipp, Bildmaterial von ihren gerissenen Tieren zu erstellen - auch wenn es schwer für sie sei. Zur Dokumentation und um der Öffentlichkeit die Wahrheit zeigen zu können. Außerdem sollte, wie in Südtirol, eine wissenschaftliche Studie in Auftrag gegeben werden.

Bund Naturschutz fordert Herdenschutzhunde und Elektrozäune

Der Bund Naturschutz in Bayern (Kreisgruppe München) hält die Kampagne gegen Wölfe von Bauernverband und dem Almwirschaftlichen Verein Oberbayern für sinnlos. Zum einen seien die geforderten wolfsfreien Zonen weder nach EU-Recht noch nach Bundesgesetz zulässig, so der 1. Vorsitzende der BN Kreisgruppe München Christian Hierneis zum BR. Desweiteren seien wolfsfreie Zonen illusorisch. Wölfe legten innerhalb kurzer Zeit 1500 Kilometer zurück, so groß müsste dann mindestens auch eine wolfsfreie Zone sein, in der alle Tiere konsequent abgeschossen werden müssten. Dies sei in der Praxis kaum möglich und habe noch nirgendwo funktioniert.

Bund Naturschutz: Wölfe schonen - Weidetierhalter unterstützen

Ähnlich effektiv, so Hierneis, wäre es Schilder aufzustellen, die Wölfen den Eintritt in die "wolfsfreie Zone" verbieten. Viel sinnvoller sei es, wenn die Staatsregierung wie in anderen europäischen Ländern und deutschen Bundesländern die Weidetierhalter besser unterstützen würden. Mit Geldern aus der Staatskasse könnten Elektrozäune gebaut werden, die Wölfe nicht überwinden könnten.

Zudem sei es sinnvoll in schwierigeren, weil bergigeren Gebieten in denen keine Zäune aufgestellt werden können, Hirten anzustellen und speziell ausgebildete Herdenschutzhunde anzuschaffen, die Wölfe verjagen können. Es sei an der Zeit, dass die Staatsregierung endlich den Weidetierhaltern finanziell unter die Arme greife, um effektive Schutzmaßnahmen zu ermöglichen, so Christian Hierneis.

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„Oberbayern braucht Weidetiere – keine Wolfsreviere!“ - so der Titel der Veranstaltung in Rohrdorf. 300 Bauern haben dort wirkungsvolle Maßnahmen gegen den Wolf gefordert.