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Grüne Wiesen im Tal und Schnee auf dem Söllereck bei Oberstdorf

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    Rund 100 Menschen demonstrieren gegen Ausbau des Höllwieslifts

    Die Söllereckbahn in Oberstdorf will die beliebte Höllwiesabfahrt neu erschließen. Der in die Jahre gekommene Schlepplift dort soll einer neuen Bergbahn weichen. Nicht nur gegen sie haben gestern Naturschützer in Oberstdorf demonstriert.

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    Von
    • Angelika Schneiderat

    Der vermutlich längste Schlepplift Deutschlands am Söllereck bei Oberstdorf ist in die Jahre gekommen. Die Oberstdorfer Bergbahnen wollen ihn abreissen und zu einer Sesselbahn ausbauen. Die Pläne sind seit Monaten umstritten, am Samstag haben nach Angaben der Veranstalter rund 100 Menschen in Oberstdorf dagegen protestiert.

    Runder Tisch brachte keine Einigung

    Gestritten wird über die Zukunft des Höllwieslifts, an dem viele Oberstdorfer das Skifahren gelernt haben, schon seit Anfang des Jahres. Der Lift müsse nach über 40 Jahren dringend erneuert werden, sagen die Betreiber und das rentiere sich nur, wenn man auch Schneesicherheit hat. Deshalb soll der Lift zu einer Sesselbahn ausgebaut und Schneekanonen aufgestellt werden. Eine Grundstückseigentümerin hatte daraufhin ihren Pachtvertrag gekündigt. Sie will die Bergwiesen erhalten und ihr fast 1,8 Hektar großes Grundstück nicht weiter für Piste und Lift zur Verfügung stellen. Bei einem Runden Tisch Anfang Januar konnten sich die Beteiligten nicht einigen.

    Der Höllwieslift soll grundlegend modernisiert werden

    Neben der neuen Sesselbahn soll auch ein komplett neues Beschneiungssystem installiert werden. Gegen diese Erschliessungspläne richtete sich die Demonstration, zu der der Bund Naturschutz und Oberstdorf for future aufgerufen hatten. Eine Vertreterin der Bund Naturschutz-Ortsgruppe Oberstdorf-Fischen sagte, man sei nicht bereit, eine zum Aussterben verurteilte Beschneiungstechnik in Zeiten des Klimawandels auf den biologisch hochwertigen Flächen am Höllwies hinzunehmen. Der Wert der Flora und Fauna am Höllwies sei einmalig. Dort gibt es artenreiche Wald- und Wiesenflächen mit Trockenrasen und Mooren, wo man viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten finden kann.