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Rund 1.500 Menschen demonstrieren in München gegen Pegida | BR24

© BR / Melina Geyer

Rund 1.500 Menschen haben am Freitag laut Polizei vor der Ohel-Jakob-Synagoge in München demonstriert. Sie wollten damit ihre Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern kundtun. Eine zuvor geplante Pegida-Demo wurde in der Nacht abgesagt.

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Rund 1.500 Menschen demonstrieren in München gegen Pegida

Rund 1.500 Menschen haben am Freitag laut Polizei vor der Ohel-Jakob-Synagoge in München demonstriert. Sie wollten damit ihre Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern kundtun. Eine zuvor geplante Pegida-Demo wurde in der Nacht abgesagt.

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Groß war der Andrang am frühen Freitagabend rund um die Münchner Synagoge am St. Jakobs-Platz und Sebastiansplatz. Unter dem Motto "Gegen Antisemitismus – Wir stehen solidarisch zusammen" hatte das Bündnis "München ist bunt" zu einer Kundgebung aufgerufen. Laut Münchner Polizei hatten sich zwischenzeitlich rund 1.500 Menschen versammelt, um ihre Solidarität mit den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu zeigen und gegen Antisemitismus, Fremdenhass und Hetze zu demonstrieren. Viele von ihnen trugen rote Mohnblumen-Schirme, als Zeichen für Frieden. Die Organisatoren sprachen von weit mehr als 2.000 Teilnehmern.

Charlotte Knobloch: "Judenhass hat in unserer Stadt keinen Platz"

Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, zeigte sich in einer kurzen Ansprache tief bewegt und dankte allen Anwesenden für ihr Kommen. Dies zeige, dass Judenhass in unserer Stadt keinen Platz habe, so Knobloch. Neben Charlotte Knobloch waren auch der Antisemitismusbeauftragte der Staatsregierung, Ludwig Spaenle (CSU), sowie mehrere prominente Vertreter der Kirchen Bayerns gekommen. Zudem trugen zwei Münchner Schauspieler Texte aus dem Tagebuch von Hanna Levy-Hass aus ihrer Zeit im KZ Bergen-Belsen vor.

Pegida-Demo in der Nacht abgesagt

Auslöser für den Protest war eine zuvor geplante Kundgebung der rechtspopulistischen Pegida-Bewegung, die sich gegen die Beschneidung von Kindern und Säuglingen richten und direkt vor der Ohel-Jakob-Synagoge in München stattfinden sollte. Die Stadt verbot die Demo vor der Synagoge und verlegte den Kundgebungsort rund 200 Meter weiter an eine Straßenkreuzung in Rufweite. In der Nacht zu Freitag hatte Pegida München die Demo gegenüber dem Kreisverwaltungsamt abgesagt.

Andrang bei Gegendemo größer als erwartet

Nach der kurzfristigen Absage von Pegida hatten die Organisatoren der Gegendemo nicht mit einem derart großen Interesse gerechnet, so die Vorsitzende von "München ist bunt", Micky Wenngatz, in ihrer Ansprache.

Charlotte Knobloch zeigte Unverständnis darüber, dass die Stadt die Pegida-Demo nicht verboten habe. Zudem sagte sie, Pegida habe erneut eine Demo auf dem Platz vor der Synagoge angekündigt.

Sollte es dazu kommen, würde es erneut ein klares Zeichen des Protests geben, bekräftigte eine Sprecherin des Bündnisses "München ist bunt".