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Rund 1.200 Gegner der Corona-Maßnahmen haben sich auf dem Nürnberger Volksfestplatz versammelt.

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    Rund 1.200 Teilnehmer bei "Querdenker"-Demo in Nürnberg

    Zuerst war die Demonstration der sogenannten "Querdenker" untersagt, dann hat ein Gericht sie doch wieder erlaubt. Letztendlich kamen laut Polizei 1.200 Menschen auf den Nürnberger Volksfestplatz. Das waren deutlich weniger als angemeldet.

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    Von
    • Henry Lai
    • Susanne Nüsslein

    Rund 1.200 Gegner der Corona-Maßnahmen haben sich laut Polizei heute auf dem Volksfestplatz in Nürnberg zu einer Demonstration versammelt – deutlich weniger als die 3.500 Teilnehmer, die im Vorfeld angemeldet waren. Nach Angaben der Polizei war die Demonstration generell ruhig. Nur am Anfang musste sie darauf hinweisen, dass auf dem Gelände Maskenpflicht herrscht, sagte ein Sprecher. Zudem sei gegen vier Personen Ermittlungsverfahren eingeleitet worden wegen des Verdachts der Beleidigung, der Volksverhetzung sowie des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

    Gegendemonstration mit Fahrrädern

    Die Demonstration der sogenannten "Querdenker" traf auf Widerstand in Form einer Gegendemonstration. Das Nürnberger "Bündnis Nazistopp" hatte zu einer Fahrraddemonstration durch die Stadt aufgerufen. Startpunkt war der Rosenaupark in der Stadtmitte.

    Von dort aus fuhren die etwa 300 Gegendemonstranten in Richtung Volksfestplatz. Während des Demonstrationszuges kam es zu Verzögerungen im öffentlichen Nahverkehr. Auch diese Demonstration sei weitgehend friedlich verlaufen, so die Polizei. Lediglich ein Demonstrant sei vorläufig wegen Beleidigung festgenommen worden. Als Beamte die Identität eines weiteren Demonstranten feststellen wollten, seien sie gestört worden. Dies sei von den Einsatzkräften aber unterbunden worden, indem sie die betreffenden Personen weggeschoben hätten.

    Polizei war mit Großaufgebot vor Ort

    Die Polizei war mit mehreren hundert Einsatzkräften vor Ort. Beamte des Polizeipräsidiums Mittelfranken wurden von Einheiten der Bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützt. Am Ende des Tages zog ein Sprecher eine positive Bilanz. Das Einsatzkonzept, das eine strikte Trennung der verschiedenen Versammlungen vorsah sowie ein konsequentes und umsichtiges Einschreiten, sei aufgegangen.

    Stadt Nürnberg hatte Querdenker-Versammlung erst verboten

    Im Vorfeld der "Querdenken"-Demonstration hatte es ein rechtliches Hin und Her gegeben: Die Stadt Nürnberg hatte die Veranstaltung zunächst verboten. Als Begründung nannte sie die zu erwartenden hohen Teilnehmerzahlen und damit eine hohe Gefährdungslage während der Pandemie.

    Gericht erlaubte Demonstration doch

    Gestern entschied das Verwaltungsgericht Ansbach jedoch, die Demonstration der Querdenker doch stattfinden zu lassen – allerdings "ortsfest" und am Volksfestplatz und nicht, wie zunächst geplant, an der Wöhrder Wiese. Dagegen reichte die Stadt Nürnberg Beschwerde beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof ein, scheiterte jedoch auch dort.

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