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Die Corona-Pandemie macht besonders Kindern zu schaffen. Wechselunterricht, Homeschooling - Schulalltag gibt es nicht mehr. Doch Zuhause lernen, ohne Lehrer und Freunde, ist nicht einfach. In Landsberg gibt es eine Lösung, die Schule machen könnte.

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Innovative Idee für Schüler - Lernen im Co-Learning-Space

Die Corona-Pandemie macht besonders Schülern zu schaffen. Wechselunterricht, Homeschooling - Schulalltag gibt es nicht mehr. Doch zuhause lernen, ohne Lehrer und Freunde, ist nicht einfach. In Landsberg gibt es eine Lösung, die Schule machen könnte.

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Von
  • Julia Haas

Schulunterricht in Zeiten von Corona stellt Kinder und Familien vor große Herausforderungen. Magdalena Padberg sitzt normalerweise zuhause an ihrem Schreibtisch und versucht sich zu konzentrieren. Sie ist in der sechsten Klasse – so richtig gut lief das Homeschooling die letzten Monate nicht. Die ganze Familie befindet sich im Home-Office, alle machen Videokonferenzen. "Immer, wenn ich eine machen will, dann geht's nicht", erzählt die 12-Jährige. Außerdem fehle ihr der Kontakt zu Klassenkameraden.

Ruhiger Lernplatz im Großraumbüro

Nun hat Magdalena einen neuen Lernplatz - einen Schreibtisch im Industrial Maker Space in Landsberg. Normalerweise testen Unternehmen, Start-ups oder Einzelpersonen hier ihre Innovationen. Das Großraumbüro wird jetzt aber Schülerinnen und Schülern als “Ruhiger Lernplatz” angeboten. Denn das Problem, dass es zuhause mit dem Lernen nicht so klappt, haben viele.

Bis zu 15 Schüler haben Platz

Bis zu 15 Schüler können seit letzter Woche hier gemeinsam lernen und arbeiten - Voraussetzung ist ein negativer Corona-Test. Heike Schindelmann-Weber hatte die Idee zu diesem Projekt. Sie ist Lehrerin an einer Landsberger Schule und hatte gemerkt, dass der Bedarf da ist. Das Angebot richtet sich vor allem an Schüler der weiterführenden Schulen im Landkreis Landsberg am Lech.

Jeder darf die Lernplätze benutzen

Kommen darf jeder, der aus irgendwelchen Gründen zuhause nicht so gut arbeiten kann. Egal, ob das Internet zu schlecht, zuhause einfach zu viel los ist oder man ganz alleine ist und gar keine Ansprache hat. Interessierte Schüler können sich für einen Tag in der Woche anmelden oder fünf Tage in Folge kommen. Kernzeit ist momentan von 8 bis 13 Uhr. Freie Plätze gibt es noch.

Landkreis unterstützt das Projekt finanziell

Heike Schindelmann-Weber ist begeistert, dass das Projekt so schnell umgesetzt werden konnte. Als Lehrerin hätte sie sich so ein Angebot aber schon letztes Jahr gewünscht. Denn viele Schüler habe die Pandemie ins Aus befördert: "Das sind diejenigen, die mit Schulstoff alleine nicht zurechtkommen, daheim zu viel Ablenkung haben oder gar keine Kommunikation". Das mache es schwierig, weiter gute schulische Leistungen zu bringen.

Unterstützt wird das Projekt von Landrat Thomas Eichinger und Stadtrat Axel Flörke. Der Landkreis sponsert die ruhigen Lernplätze mit etwa 1.000 Euro monatlich. Lehrer und Studenten aus Landsberg übernehmen abwechselnd die Aufsicht für die Lerngruppe.

Zwischen Solarflugzeug und Matheaufgaben

Auch beim Industrial Maker Space war man sofort bereit, mitzuhelfen. Wenn der Platz sowieso gerade nicht genutzt wird, warum ihn nicht für die Schüler bereitstellen? Für die Kinder sei das außerdem ein interessanter Einblick, erzählt Susann Schmid-Engelmann vom Industrial Maker Space. Hinter dem Lernraum befindet sich z.B. eine große Industriehalle, wo gerade an einem solarbetriebenen Flugzeug gearbeitet wird.

Ruhige Lernplätze auch nach der Pandemie?

Mittlerweile sinken die Inzidenzwerte. Viele Kinder haben zumindest Wechselunterricht. Die Initiatoren würden sich aber wünschen, dass es solche Ruhigen Lernplätze auch noch nach der Pandemie gibt - für viele Schülerinnen und Schüler wäre das sicher ein Gewinn.

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Wegen Corona lernen viele Kinder zuhause. Doch nicht in allen Familien gibt es Tablets und stabiles Internet.

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