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"Ruhig Blut": Blutspende während der Corona-Krise | BR24

© BR/ Leon Willner

Die Blutspendedienste des Bayerischen Roten Kreuzes stehen vor einem Dilemma. Auf der einen Seite müssen sie Spender generieren, auf der anderen die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus so gering wie möglich halten.

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"Ruhig Blut": Blutspende während der Corona-Krise

Die Blutspendedienste des Bayerischen Roten Kreuzes stehen vor einem Dilemma. Auf der einen Seite müssen sie Spender generieren, auf der anderen die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus so gering wie möglich halten.

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Vor einer Pfarrkirche im Würzburger Frauenland hat das BRK ein Zelt aufgeschlagen. Davor schlängeln sich Menschen um die ganze Kirche herum, einzeln oder zu zweit, im Abstand von mindestens 1,5 Metern. Sie alle wollen Blut spenden. Heute sind so viele Spendenwillige gekommen, dass nicht alle Erstspenderinnen und Erstspender berücksichtigt werden können.

Erst Fieber messen, dann Blut spenden

Im Zelt des BRK werden Fiebermessungen durchgeführt. Dafür wird jedem ein Thermometer ins Ohr gesteckt. Ein "Pieps", erst dann wissen die Spendewilligen, ob sie weiter in den Spendensaal dürfen. "Das gehört zu den erhöhten Untersuchungen, die wir machen", sagt Andrea Ebert, Referentin im BRK-Außendienst. "Das heißt, jeder ab 37,5 Grad Temperatur wird wieder weggeschickt."

Blutspende: Auch kleinere Symptome sind ein Risiko

Kann man überhaupt noch guten Gewissens zur Blutspende gehen? Im Moment ist die Verunsicherung groß. Zu spüren bekommt das zu aller erst Frau Dr. Krüger, eine Ärztin aus Rottendorf. Sie betreut die Spendenhotline des Bayerischen Roten Kreuzes. "Es ist schwierig damit umzugehen", sagt sie. Viele äußeren Symptome nur sehr schwach, sagt sie. Die Mitarbeiter des BRK müssen dann schon am Telefon durch Fragen herausfinden, ob die Symptome ein Risiko darstellen: "Und es ist auch unsere Verantwortung, am Telefon dann zu sagen, Sie dürfen spenden oder nicht. Der Spender bezieht sich dann ja auch auf unsere Antwort".

Spendenaufruf des BRK zeigt Wirkung

Dr. Pecher führt auf dem Spendentermin die ärztlichen Vorgespräche mit den Spendenwilligen. Er versichert allen Spenderinnen und Spendern, dass die Sorge, sich auf dem Spendentermin anzustecken unberechtigt sei: "Wir haben bereits im Vorfeld dieser Corona Geschichte vorsorgende Maßnahmen getroffen, zum Eigenschutz, zum Schutz des Personals und natürlich auch zum Schutz des Spender-Klientels". Das sei wichtig für die Außenwirkung.

Der Spendenaufruf des BRK hat jedenfalls gewirkt. Bis zu vier Stunden stehen die Spenderinnen und Spender auf dem Termin in Würzburg in der Schlange. "Gerade zu Zeiten von Corona ist es wichtig zur Spende zu gehen“, sagt eine Spenderin und fährt fort:"Egal wie lange es dauert."

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