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Rückruf von FFP2-Masken in Bayern weitet sich aus | BR24

© pa/dpa

Bayerische Bereitschaftspolizei

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    Rückruf von FFP2-Masken in Bayern weitet sich aus

    Nachdem das Landratsamt Aschaffenburg bereits rund tausend Masken als möglicherweise nicht tauglich einstufte, hat jetzt auch die Bayerische Bereitschaftspolizei 30.000 Masken zurückgerufen. Auch hier besteht der Verdacht auf Mängel.

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    Von
    • Christian Wölfel
    • Carol Lupu

    Am Freitag hat die Bayerische Bereitschaftspolizei 30.000 für die Beamtinnen und Beamten bestimmte FFP2-Masken wegen des Verdachts auf Mängel zurückgerufen. Dabei handelt es sich um Produkte vom selben chinesischen Hersteller wie in Aschaffenburg, wie das Bayerische Innenministerium dem Bayerischen Rundfunk bestätigte. Am Donnerstag hatte das Landratsamt Aschaffenburg mitgeteilt, dass etwa eintausend Masken zurückgegeben werden sollten.

    Konkret geht es um Masken mit ungültiger CE-Kennzeichnung oder solchen, bei denen die notwendige Angabe der vierstelligen Nummer der Zertifizierungsstelle fehlte.

    Aschaffenburg: Masken vorsichtshalber ausgetauscht

    In Aschaffenburg hatte das Landratsamt am Donnerstag auf Meldungen über einen Rückruf der Masken in Schleswig-Holstein verwiesen. Die Produkte waren an die drei Gemeinden Kahl am Main, Laufach sowie die Verwaltungsgemeinschaft Schöllkrippen gegangen und waren dort teilweise an pflegende Angehörige verteilt worden. Sie wurden mittlerweile durch andere Masken getauscht.

    Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen erklärte dazu auf BR-Anfrage, es habe sich um einen eigenverantwortlich vom Landratsamt vorsorglich veranlassten Rückruf gehandelt. "Die Maskenchargen des Herstellers, die an das Pandemiezentrallager des LGL geliefert und im weiteren Verlauf an den Landkreis Aschaffenburg ausgegeben wurden, wurden im Vorfeld formal und immer wieder in Stichproben auch technisch vom LGL geprüft und als verkehrsfähig beurteilt."

    Unterschiedliche Standards: FFP2 und KN95

    Die betroffenen Masken, die eigentlich die Menschen in der Corona-Krise schützen sollten, trugen nicht die in der EU gebräuchliche Bezeichnung FFP2, sondern die chinesische Bezeichnung KN95. Diese Bezeichnung ist der EU-Norm ähnlich. Bei Testungen dieser Masken wurde allerdings ein schwankender Wert festgestellt, was die Dichte dieser Masken anbelangt. So hatten drei von zehn Masken dem EU-Standard genügt, die restlichen sieben Masken waren aber unter dem Standard.

    Generell waren wegen des Mangels an Schutzausrüstungen bis zum 1. Oktober auch solche Masken in Gebrauch, die kein CE-Kennzeichen trugen. Erst nachdem ausreichend Masken in der EU vorhanden waren, war die CE-Kennzeichnung wieder maßgeblich. Auch wenn es sich um unterschiedliche Standards in den einzelnen Ländern handelt, sind grundsätzlich die Masken der Typen FFP2 für Europa, N95 für die USA, KN95 in China, P2 in Australien, Korea 1.class in Südkorea und DS für Japan für die Filterung von Bioaerosolen geeignet. Diese Standards sehen alle eine Filterung von mindestens 94 Prozent aller Partikel ab einer Größe von 0,6 Mikrometer vor.

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