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Umtausch von Atemschutz-Masken im Landkreis Aschaffenburg | BR24

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Das Landratsamt Aschaffenburg hat Masken umgetauscht. Bei Testungen wurden bei der Dichte der Masken schwankende Werte gemessen.

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Umtausch von Atemschutz-Masken im Landkreis Aschaffenburg

Nahezu alle Masken, die das Landratsamt Aschaffenburg zum Umtausch zurückbeordert hatte, sind zurückgeben worden. Auch in Schöllkrippen und Laufach gab es Probleme. Den Masken fehlt das nötige Zertifikat.

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Von
  • Carol Lupu

Die Masken, die das Landratsamt Aschaffenburg zurückbeordert hatte, sind fast vollständig wieder in der Gemeinde in Kahl am Main abgegeben worden. Das sagte der Bürgermeister von Kahl, Jürgen Seitz (SPD), zu BR24. Bereits um 11.00 Uhr waren fast 500 Masken eingetauscht.

Die Gemeinde Kahl hatte 680 Masken erhalten, davon wurden fast 500 an pflegende Angehörige ausgebeben. Das Landratsamt Aschaffenburg hatte mitgeteilt, dass etwa 1.000 Masken, die an die Gemeinden, Kahl, Schöllkrippen und Laufach ausgeben wurden, nicht das CE Zertifikat trugen und somit zurückgegeben werden sollen. In Schöllkrippen waren aber nur 40 Masken nicht zertifiziert, in Laufach sogar nur drei von fast 400.

Feuerwehrleute hatten Masken verteilt

In Kahl am Main sind über die Feuerwehr um die 600 Masken ausgeben worden, sagte Alexander Reuß, Kommandant der Feuerwehr, zu BR24. Die Masken können heute zwischen 9.00 und 13.00 Uhr oder in der kommenden Woche an der Festhalle durch zertifizierte Masken ausgetauscht werden. In Schöllkrippen sind von diesen Masken keine an die Bevölkerung ausgegeben worden, teilte der Bürgermeister Marc Babo (CSU) mit.

Masken haben abweichende Dichte

Die Masken, die ausgegeben worden sind und eigentlich die Menschen in der Corona-Krise schützen sollten, trugen nicht die in der EU gebräuchliche Bezeichnung FFP2 oder CE, sondern die chinesische Bezeichnung KN95. Diese Bezeichnung ist der EU-Norm ähnlich. Bei Testungen dieser Masken wurde ein schwankender Wert festgestellt, was die Dichte dieser Masken anbelangt. So hatten drei von zehn Masken dem EU-Standard genügt. Die restlichen sieben Masken waren aber unter dem Standard. Generell waren wegen des Mangels an Schutzausrüstungen bis zum 1. Oktober auch solche Masken in Gebrauch, die kein CE Zeichen trugen.

Unterschiedliche Standards

Erst nachdem ausreichend Masken in der EU vorhanden waren, war die CE-Bezeichnung wieder maßgeblich. Auch wenn es sich um unterschiedliche Standards in den einzelnen Ländern handelt, sind grundsätzlich die Masken der Typen FFP2 für Europa, N95 für die USA, KN95 in China, P2 in Australien, Korea 1.class in Südkorea und DS für Japan für die Filterung von Bioaerosolen geeignet. Diese Standards sehen alle eine Filterung von mindestens 94 Prozent aller Partikel ab einer Größe von 0,6 Mikrometer vor.

Prüfverfahren in Norddeutschland

Allerdings werden diese verschiedenen Labels teilweise unberechtigt genutzt oder gefälscht. Deshalb hat der Bund bei seinen Bestellungen ein zweistufiges Qualitätsverfahren durchgeführt: Stufe 1 sieht eine augenscheinliche Prüfung der Ware mittels Checkliste durch TÜV- Mitarbeiter vor. In Stufe 2 finden laborgestützte Prüfungen von FFP2- oder KN95- und FFP3-Masken hinsichtlich der Filterleistung und des Atemwiderstandes statt. Dennoch können sich unter Umständen Produkte im Umlauf befinden, die eine unzureichende Passform bieten oder mangelhaft sind. Im Fall der Masken im Landkreis Aschaffenburg ist der Mangel in Norddeutschland in solch einem Prüfverfahren festgestellt worden.

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