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Risse im Schnee am Steilhang: Das Dorf Raiten muss vorerst mit der Bedrohung
© dpa-Bildfunk/Christoph Reichwein
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Risse im Schnee am Steilhang: Das Dorf Raiten muss vorerst mit der Bedrohung

Eine Rote Zone am Ortsrand, die nicht betreten werden darf, bleibt in Raiten bestehen, so die Lawinenkommission weiter. Das heißt, es dürfen weder Wanderer noch Mitarbeiter der Kommune in diese Zone. In diesem Bereich befindet sich aber der Hochbehälter für die Trinkwasserversorgung von Schleching.

Plan für schnelle Evakuierung wird erarbeitet

Vor der Gemeinde Schleching, zu der das Dorf Raiten gehört, würden noch "gigantische Aufgaben" liegen, so der Schlechinger Bürgermeister Sepp Loferer gegenüber dem BR. Es soll so bald wie möglich ein Evakuierungsplan für eine akute Lawinenbedrohung erarbeitet werden, wonach der Ortsteil Raiten binnen einer Stunde geräumt werden kann. Vor zehn Jahren ging auf dem gleichen 900 Meter langen Hang schon einmal eine Lawine ab. Dabei wurde der gesamte Bergwald bis auf wenige Bäume komplett zerstört. Es gebe zwar kleine Bäume, die nachgewachsen wären, die würden aber bei einem Lawinenabgang "knicken wie Streichhölzer".

Technische Verbauung des Hangs ist nötig

Seit dem Lawinenabgang im Jahr 2009 wurde in der Gemeinde immer wieder über eine Verbauung nachgedacht. Es müsste aber der gesamte Hang technisch verbaut werden, dieser sei sehr steil und weitläufig. Die Summe für die Hangverbauung würde zig Millionen Euro betragen. Trotz Subventionen durch Förderanträge könne eine kleine Gemeinde wie Schleching die verbliebene Restsumme von einigen Millionen nicht schultern, so Loferer.

Lage könnte sich wieder verschärfen

Der Bürgermeister schätzt die Lage inzwischen als leicht entspannt ein, will aber nicht ausschließen, dass sie sich in diesem Winter nicht nochmals verschärfen könnte - unter anderem durch Regen oder einsetzenden Föhn. In dem betroffenen Hang der Hochplatte liegt derzeit rund 3,5m Schnee.

Die Lawinensituation in den Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen ist generell schwierig einzuschätzen. Nach Auskunft von Thomas Dendl von der Lawinenkommission Saalachtal hatten die Schneemassen noch nie Bindung zu einem gefrorenen Untergrund, weil der Boden noch nie durchgefroren war.