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Rückkehr der Wildkatzen - ein Wildkater für Cham | BR24

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Die Wildkatze kehrt nach Bayern zurück.

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Rückkehr der Wildkatzen - ein Wildkater für Cham

Die Europäische Wildkatze kehrt nach Bayern zurück. Unter anderem wurde das scheue Tier bei Cham nachgewiesen. Das hat der Bund Naturschutz Bayern mitgeteilt. Haarproben ließen sich entsprechend zuordnen.

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Von
  • Michael Wagner

Die Europäische Wildkatze ist wieder in Bayern heimisch - unter anderem im Landkreis Cham. Eigentlich galt das Tier seit Mitte des letzten Jahrhunderts als ausgerottet. Eine Untersuchung des Bund Naturschutz Bayern hat aber jetzt ergeben, dass die Wildkatze in Nord- und Ostbayern zurückgekehrt ist.

Wildkatzen in mehreren Landkreisen

Wildkatzenforscher des Bund Naturschutz Bayern konnten das Vorkommen der Wildkatzen bestätigen. Demnach gibt es die Wildkatze bei Lichtenfels, Coburg und Bamberg in Oberfranken, im unterfränkischen Spessart, im Landkreis Kitzingen und im Nürnberger Land, im Landkreis Neustadt/Aisch und im Landkreis Cham in der Oberpfalz. In Cham handelt es sich um ein männliches Exemplar.

Gewiefte Taktik zur Genmaterial-Gewinnung

Die Wildkatze zählt zu den scheuesten Bewohnern der Bayerischen Wälder. Eine Unterscheidung zwischen Wild- und Hauskatzen ist rein optisch auch für Experten schwierig, so ein Sprecher des Bund Naturschutz. Die Forscher müssen deshalb eine Genanalyse vornehmen.

Im Frühjahr 2019 wurden von ehrenamtlichen Helfern in 23 bayerischen Landkreisen Haarproben eingesammelt. Um an das benötigte Genmaterial zu kommen, nutzen sie die sogenannte Lockstockmethode. Dazu werden raue Holzlatten im Wald aufgestellt und mit Baldriantinktur besprüht. Der Geruch ist für Wildkatzen unwiderstehlich. Sie reiben sich am Stock und hinterlassen dabei Haare, die dann im Labor analysiert werden können.

Jetzt, ein Jahr später, ist die genetische Analyse der Haarproben abgeschlossen. Die meisten stammten von Hauskatzen. 68 Proben ließen sich jedoch genetisch Wildkatzen zuordnen. Die Ergebnisse lassen sogar Wanderbewegungen einzelner Wildkatzen erkennen.

Wildkater bei Cham besonders umtriebig

Der Wildkater im Landkreis Cham stellt eine Ausnahme in den Untersuchungsergebnissen dar: Er war besonders umtriebig. Zum ersten Mal war er den Forschern bei einer Untersuchung im Jahr 2015 bei Hirschau aufgefallen. Die jüngste Untersuchung aus dem Jahr 2019 ergab, dass der Wildkater weit gewandert ist. Die Stellen, an denen der Wildkater nachgewiesen wurde, liegen mehr als 60 Kilometer auseinander.

Noch weit entfernt von sicherer Population

Naturschützer gehen noch von einer geringen Populationsdichte der Wildkatze aus. Nur etwa 600 Wildkatzen leben in Bayern. Das ist laut dem Bund Naturschutz noch weit entfernt von einer sicheren Population.

Die häufigste Todesursache für Wildkatzen ist der Straßenverkehr. Vor allem für junge Tiere ist er gefährlich. Das dichte Straßennetz gefährdet den Naturschützern zufolge sogar die Ausbreitung der Wildkatze in Bayern.

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