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Rückenschuss: Urteil gegen Landwirt aus Wolkshausen erwartet | BR24

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Muss ein 71 Jahre alter Landwirt aus Wolkshausen im Landkreis Würzburg wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung hinter Gitter - oder ist er nicht schuldfähig? Darüber entscheidet das Landgericht Würzburg.

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Rückenschuss: Urteil gegen Landwirt aus Wolkshausen erwartet

Muss ein 71 Jahre alter Landwirt aus Wolkshausen im Landkreis Würzburg wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung hinter Gitter – oder ist er nicht schuldfähig? Darüber entscheiden am Donnerstag die Richter am Landgericht Würzburg.

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Vor der 1. Strafkammer am Würzburger Landgericht werden die Richter heute voraussichtlich ein Urteil fällen. Unstrittig scheint nach zwölf Verhandlungstagen die Tat an sich. Sowohl nach Ansicht des Oberstaatsanwalts, des Nebenklagevertreters als auch des Verteidigers steht fest: Der Angeklagte aus Wolkhausen hat seinen Nachbarn bei einem Feuerwehrfest aus direkter Nähe in den Rücken geschossen. Das Opfer ist seitdem ab dem Nabel querschnittsgelähmt.

Staatsanwaltschaft zweifelt an Schuldfähigkeit

Das Motiv der Tat: Der Angeklagte hatte sich von seinem Nachbarn verfolgt und drangsaliert gefühlt – er wirft ihm unter anderem vor, seine Bäume und Kühe vergiftet zu haben. Ein Gutachter hat dem Angeklagten eine paranoide Psychose attestiert. Die Staatsanwaltschaft fordert deshalb eine dauerhafte Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung, weil Zweifel an der Schuldfähigkeit des 71 Jahre alte Manns bestehen. Der Nebenklagevertreter ist sich dagegen nicht sicher: Er fordert eine Unterbringung oder – falls keine Schuldunfähigkeit vorliegt – eine Freiheitsstrafe von mindestens zwölf Jahren.

Verteidiger fordert Freispruch

Auch der Verteidiger sieht durchaus Indizien, die gegen eine Schuldunfähigkeit sprechen könnten. Er fordert seinerseits Freispruch aus rechtlichen Gründen – weil man eben nicht sicher entscheiden könne. Wegen der extremen Schwerhörigkeit des Angeklagten musste das Verfahren mehrfach unterbrochen werden. Zum ersten Mal in Würzburg kommt deshalb ein Schriftdolmetscher zum Einsatz. Über einen Bildschirm kann der Angeklagte das gesprochene Wort mitlesen.