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Rückblick: OEZ-Attentat in München - Das passierte im Juli 2016 | BR24

© dpa/Sven Hoppe

Blumen und Kerzen liegen am 24.07.2016 an der U-Bahn Station Olympia-Einkaufszentrums (OEZ) in München, zwei Tage nach dem Attentat.

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    Rückblick: OEZ-Attentat in München - Das passierte im Juli 2016

    Im Juli 2016 versetzte ein 18-Jähriger die Stadt München in Angst und Schrecken. Er schoss am Münchner Olympia-Einkaufszentrum um sich und ermordete neun Menschen, bevor er sich selbst richtete. Ein Rückblick auf das OEZ-Attentat.

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    Es war Freitag, der 22. Juli 2016, kurz vor 18 Uhr. Die ersten Meldungen schlugen in den sozialen Netzwerken auf: "Schüsse am Olympia-Einkaufszentrum in München".

    Terrorangst nach Schüssen am OEZ in München

    Dieser Satz platzte in eine Zeit, in welcher der Terror allgegenwärtig schien. In Paris, Brüssel - wenige Tage zuvor in Nizza, dann in Würzburg. Und, am 22. Juli 2016, so schien es: auch in München. Die Meldungen überschlugen sich, die Terrorangst griff vom OEZ auf die ganze Stadt über.

    Falschmeldungen in den sozialen Netzwerken

    Unzählige Gerüchte und Falschmeldungen kursierte auf Twitter, bei Facebook und WhatsApp. Angebliche Schüsse am Stachus, im Hofbräuhaus, am Hauptbahnhof - alles schien außer Kontrolle. München war im Ausnahmezustand, auf den Straßen herrschte Panik.

    Überall in der Stadt bezogen Spezialkräfte der Polizei Stellung. U-Bahnen standen still, der Hauptbahnhof wurde evakuiert. In Restaurants, Kneipen und Geschäften verschanzten sich die Menschen.

    Polizei ging zunächst von mehreren Tätern aus

    Kurze Zeit später wurden erste Berichte über Tote und Verletzte von der Polizei bestätigt. Wacklige Videos vom Täter, der am Einkaufszentrum um sich geschossen hat, verbreiteten sich wie ein Lauffeuer.

    Um 21.18 Uhr trat Münchens Polizeipressesprecher Marcus da Gloria Martins erstmals vor die Presse, ein Autohaus diente als improvisiertes Medienzentum. Das, was er verkündete, schien das Schlimmste zu bestätigen: Man gehe von bis zu drei bewaffneten Tätern aus, die sich auf der Flucht befänden.

    Lage beruhigte sich erst am späten Abend

    Am späten Abend beruhigte sich die Lage allmählich. Wer noch nicht zu Hause war, hat bei Freunden oder Bekannten Unterschlupf gefunden. Viele Menschen nahmen auch Fremde bei sich auf, über die sozialen Medien boten Anwohner offene Türen an. Die Panik wich nach und nach dem Schock und der Trauer.

    Gegen Mitternacht wurde die Lage klarer, schließlich gab die Polizei um 1.32 Uhr die erste vorsichtige Entwarnung: Der vermeintliche Terroranschlag war die Tat eines Einzeltäters, ein Amoklauf. Und der Täter ist tot.

    18-Jähriger erschoss neun Menschen und sich selbst

    Der 18-jährige David S. hat am Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen getötet und anschließend sich selbst das Leben genommen. Viele der Opfer waren Jugendliche und hatten einen Migrationshintergrund. David S. war offenbar in der Schule massiv gemobbt worden. Die Waffe hatte sich der 18-Jährige im sogenannten "Darknet" besorgt.

    OEZ-Attentat politisch motiviert

    Ermittler fanden unzählige Hinweise auf Amok- und Gewalt-Fantasien. Sie hatten die Tat anfangs als Racheakt für Mobbing gesehen, inzwischen hat das Bayerische Landeskriminalamt die Tat als politisch motiviert eingestuft.

    Am 22. Juli 2020 wird das Attentat vier Jahre her sein. Fast 60 Schuss hat David S. an diesem Julitag am OEZ abgefeuert. Die Tat hat sich in Münchens kollektives Gedächtnis eingebrannt - nicht nur wegen der vielen Toten, sondern auch wegen der Panik, die die Stadt ergriff und stundenlang nicht losließ.

    Diese Panik thematisiert nun auch der Münchner "Tatort" und nimmt das OEZ-Attentat als Vorlage für die Krimi-Folge "Unklare Lage", der 83. Fall für Batic und Leitmayr. Der Tatort wird am 26. Januar 2020 um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt.