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Rückblick: Das Jahr 2019 in Niederbayern | BR24

© pa/dpa/Lino Mirgeler, Haydn, Daniel Koller/Alexander Oswald/Christoph Mutzl/Maximilian Ertl/Dustin Sandweger

Die Bilder des Jahres 2019

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Rückblick: Das Jahr 2019 in Niederbayern

Schneemassen im Winter, Ammoniak-Austritt im Straubinger Eishockey-Stadion, die Armbrust-Toten von Passau und ein Biber-Video, das sämtliche Rekorde sprengt. Das Jahr 2019 in Niederbayern war turbulent, teils dramatisch und manchmal amüsant.

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Los ging das Jahr mit Schneemassen, die vor allem die Bewohner des Bayerischen Waldes in Atem hielten. Im Frühling erfuhr die Öffentlichkeit, was passiert, wenn Ammoniak an die Luft kommt und im Frühsommer sprachen alle über drei Menschen, die offenbar durch eine Armbrust getötet wurden. Eine Giftwolke am Himmel schockte im Sommer und ein Biber-Video amüsierte im Herbst. Außerdem gab es einige Gerichtsurteile, die mit großem Interesse verfolgt wurden. Und dann war da noch "Büxi", die ausgebüxte Kuh.

Erinnern Sie sich an DIE Themen des Jahres 2019?

Viel Schnee: Unwetterwarnungen und Schulausfälle

Anfang Januar lag Niederbayern unter einer Schneedecke begraben. Im Bayerischen Wald waren Schneeverwehungen, Straßensperrungen und vom Schnee überlastete und umgestürzte Bäume an der Tagesordnung. Der Zugverkehr der Waldbahn kam teilweise zum Erliegen und das Kultusministerium gab tageweise schulfrei. Im Februar hat sich die Lage entspannt und die Menschen konnten den Freuden des Winters nachgehen: Schneeschuhwandern, Skifahren, Schneemann bauen.

© Kreisfeuerwehr Passau

Schneebruch im Bayerischen Wald

© BR/Christian Riedl

Straßensperrung im Kreis Freyung-Grafenau

© Haydn

Kinder haben in Hohenau (Lkr. Freyung-Grafenau) einen überlebensgroßen Schneemann gebaut

BR-Studio Deggendorf eingeweiht

Im Februar versammelte sich die gesamte niederbayerische Prominenz in Deggendorf: Das neue BR-Studio in der Bahnhofstraße wurde eingeweiht. Seitdem entstehen dort Hörfunkstücke, Fernsehbeiträge und Online-Artikel aus und über Niederbayern.

© BR

Deggendorfs Oberbürgermeister Christian Moser (CSU) und BR-Informationsdirektor Thomas Hinrichs enthüllen das Schild am Eingang des BR-Studios

© BR

Von den Newsdesk-Plätzen werden Nachrichten aus und über Niederbayern erstellt

Ammoniak-Alarm in Straubing

An einem nass-kühlen Tag im März wurden etwa 200 Menschen rund um das Straubinger Eishockey-Stadion in Sicherheit gebracht, Straßen mussten weiträumig abgesperrt werden. Der Grund: Giftiges Ammoniak lag in der Luft. Ein Baggerfahrer hatte bei Arbeiten auf der Eisfläche eine Leitung beschädigt und das Gas mit seinem ätzenden Geruch verbreitete sich im Nu über das Stadtgebiet. Gut ein Dutzend Menschen wurden verletzt. 500 Einsatzkräfte waren stundenlang vor Ort. Der Schaden betrug mindestens 160.000 Euro. Die Kripo Straubing hat den Fall übernommen und ermittelt bis heute.

© BR/Kathrin Unverdorben

Einsatzkräfte der Feuerwehr vor dem Straubinger Eisstadion

© BR/Kathrin Unverdorben

In diesem Zelt wurden kontaminierte Schutzanzüge der Einsatzkräfte gereinigt

Die Armbrust-Toten von Passau

Die Natur stand Mitte Mai gerade in vollem Saft, als in einer kleinen Pension am grünen Stadtrand von Passau eine unheimliche Tat ereignete: Ein Zimmermädchen fand drei Leichen auf und neben einem Bett - in allen steckten Armbrustpfeile. Ein riesiger Medienrummel begann: Aufnahmen der idyllisch gelegenen Pension erschienen europaweit in sozialen Netzwerken, Printmedien und Fernsehprogrammen. Im August dann der Abschlussbericht der Kripo Passau: Es handelte sich um Sektenmitglieder, die freiwillig aus dem Leben schieden.

© pa/dpa/Lino Mirgeler

In dieser Pension, am grünen Stadtrand von Passau, geschahen die Armbrust-Morde

© Markus Zechbauer/zema-Foto.de

Ein Ermittler trägt die Tatwaffen in braunen Tüten aus der Pension

Die Giftwolke von Wörth an der Isar

Gebrannt hat es in Niederbayern im ablaufenden Jahr oft. Einer der größten Brände und wohl auch der mit dem größten befürchteten Umweltschaden, war der im Juni in Wörth an der Isar im Kreis Landshut. Auf dem Gelände einer Recyclingfirma war ein Schrotthaufen in Brand geraten. Eine kilometerweit sichtbare schwarze Rauchwolke zog sich über das Isartal und hatte gravierende Folgen: Sichtbehinderungen auf der A92, Bewohner mussten mehrere Tage Fenster und Türen geschlossen halten und auf Obst und Gemüse aus dem Garten verzichten. Landwirte vernichteten vorsorglich reife Erdbeeren. Die Laborwerte ein paar Tage später gaben Entwarnung: alle Untersuchungen und Proben waren unauffällig, so die Behörden: "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", hieß es im Abschlussbericht.

© News5

Ein Feuerwehrmann auf einem ausziehbaren Schwenkarm versucht das Feuer auf dem Recyclinghof zu löschen

© BR

Eine schwarze Rauchwolke steigt über dem Recycling-Betrieb auf

Streit ums Schnitzel und Ekel vor Eiern

Über zwei Lebensmittel wurde im September viel diskutiert: Unappetitliche Eier und ein überdimensioniertes Schnitzel.

"Arme Schweine", "das große Fressen", "ethisch nicht zu vertreten" - so lauteten einige Kommentare zum Schnitzel-Weltrekord von Mengkofen (Lkr. Dingolfing-Landau). Mitte September sollte dort das größte Schnitzel der Welt gebraten werden und es gelang: 70 Quadratmeter Fleisch, beziehungsweise 1.200 Kilogramm Schnitzel, wurden an die Besucher verteilt. Ein Weltrekord mit viel Zündstoff.

© BR

In dieser überdimensionierte Friteuse wird das größte Schnitzel der Welt gebraten

Nur wenige Septembertage später begann nach jahrelangen Ermittlungen der Gerichtsprozess um den Salmonellen-Skandal der Firma Bayern-Ei aus Aiterhofen im Kreis Straubing-Bogen. Die Vorwürfe gegen den ehemaligen Geschäftsführer wiegen schwer: Es geht um Betrug, vielfache Körperverletzungen und einen Todesfall. 200 Akten umfasst der Prozess, der über das Jahr 2019 hinausgehen wird.

© pa/dpa/Armin Weigel

Ein Ei wird vor das Betriebsgelände der Firma Bayern-Ei gehalten

Ein Biber-Video geht viral

Mit Sicherheit wussten die fünf Jungs aus Deggendorf nicht, was sie mit ihrem nächtlichen Video von einem Biber, der mit einem Ast die Straße überquert, auslösen würden. Ende Oktober luden sie ihr Biber-Video hoch und am nächsten Tag überschlugen sich die Medien. Das Video wurde bis heute etwa eine Million Mal geklickt. Die Jungs gaben Interviews von Hamburg bis Zürich. Der Biber blieb ahnungslos und solange er nicht gestorben ist…

Tiere, die zu Promis wurden

Auch andere Tiere sind im Jahr 2019 in Niederbayern "groß raus gekommen". Drei Monate lebte eine im Landkreis Landshut ausgebüxte Kuh in Freiheit. Immer mal wieder wurde "Büxi" gesehen, aber erst im Februar konnte sie geschnappt werden. Ihr neues Zuhause wurde das Gut Aiderbichl bei Deggendorf. Genau dort starb im September Kuh Yvonne, die einst bekannt wurde als die "Kuh, die meinte ein Reh zu sein". Auch sie war nach ihrem kurzen Ausflug in die Freiheit vor acht Jahren auf Gut Aiderbichl untergebracht. Neben den Kühen flatterte auch ein Papagei ins Rampenlicht. In Freyung-Grafenau ist Graupapagei Carlo der Star in einem Büro: er spricht nämlich Bairisch.

© Gut Aiderbichl

Die ausgebüxte Kuh "Büxi" konnte betäubt und überwältigt werden

© pa/dpa/Armin Weigel

Kuh Yvonne, die auf Gut Aiderbichl ihren Lebensabend verbrachte

© BR/Sarah Beham

Graupapagei Carlo im Büro

Im Oktober kam die kuriose Frage auf: Gibt es einen Tiger in Niederbayern? Die auf dem Eis in Straubing nicht mitgezählt, behauptete eine Autofahrerin steif und fest, sie habe in Zwiesel (Lkr. Regen) einen Tiger gesehen - auf der B11. Bis heute blieb sie die einzige Tiger-Beobachterin in Niederbayern.

Das Raser-Urteil von Kalteck

Im November fiel das Urteil in einem Prozess, der viele aufgewühlt und beschäftigt hat: der Raser-Prozess von Kalteck im Bayerischen Wald. Zwei Männer wurden zu jeweils fünfjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Das Gericht war sich sicher, dass der Motorradfahrer und der Audi-Fahrer ein Rennen auf der kurvigen Bergstrecke gefahren waren. Ein entgegenkommender Autofahrer wurde bei einem Unfall tödlich verletzt. Sein Sohn leidet bis heute an den Unfallfolgen. Mit dem Deggendorfer Urteil ist dieser Prozess allerdings noch nicht abgeschlossen: Alle Parteien außer die Staatsanwaltschaft gingen in Revision.

© BR/Renate Rossberger

An dieser Stelle ist der tödliche Unfall passiert

© BR/Sarah Beham

Die Angeklagten mit ihren Anwälten vor dem Landgericht Deggendorf

Zum Schluss: Theater ums Landshuter Theater

Zum Jahresende kochten die Gemüter in der Stadt mit niederbayerischem Regierungssitz hoch: Landshut ist tief in den roten Zahlen und muss sparen. Oberbürgermeister Alexander Putz (FDP) wollte deshalb die Sanierungspläne für das Stadttheater auf Eis legen. Dagegen regte sich heftiger Widerstand und so kam es, dass der Stadtrat Anfang Dezember zumindest das Geld für die weitere Planung im Haushalt 2020 bewilligte. Ob das Stadttheater letztendlich saniert wird, bleibt aber ungewiss.

© pa/dpa/Armin Weigel

Das Stadttheater in Landshut

Genauso ungewiss wie das neue Jahrzehnt, das bald beginnt.

Wir wünschen einen guten Rutsch und ein hervorragendes neues Jahrzehnt!