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Rückblick: Das Jahr 2018 in Schwaben | BR24

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Der Wolf geht um im Oberallgäu

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Rückblick: Das Jahr 2018 in Schwaben

Ein Wolf geht um, ein kirchliches Kinderheim muss sich seiner Vergangenheit stellen und Krankenhaus-Patienten wurden mit Hepatitis C angesteckt – viele Themen haben Schwaben 2018 bewegt. Einige davon werden es auch 2019 tun ...

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© BR/Johannes Hofelich

Im Video: Die wichtigsten Ereignisse Schwabens 2018

Schwerer sexueller Missbrauch, psychische und physische Gewalt für die Betroffenen – im Kinderheim Heilig Kreuz in Donauwörth herrschte in den 1960er und 70er Jahren das harte Regiment des Heimleiters Max Auer. Bekannt war das der Kirche schon lange, manche Opfer bekamen sogar eine Entschädigung. Öffentlich wurde dies allerdings lange Zeit nicht.

Mit der Hilfe von zwei betroffenen Schwestern brachte der Bayerische Rundfunk im Februar 2018 die Vorfälle endlich ans Licht – und damit einen Stein ins Rollen. Zahlreiche weitere Betroffene meldeten sich beim BR und bei der Stiftung Cassianeum, die das Heim betrieb. Viele von ihnen fassten so erstmals den Mut, über das Erlebte zu sprechen. Die Stiftung Cassianeum will die Ereignisse nun detailliert aufarbeiten, in Zusammenarbeit mit den Opfern und Historikern. Ein Bericht, der die Erkenntnisse zusammenfasst, soll Anfang 2019 vorgestellt werden.

12.000 Menschen auf der Straße – Bombenfund in Neu-Ulm

500 Kilo schwer war die Fliegerbombe und sie lag mitten in Neu-Ulm. Über 12.000 Menschen mussten deshalb ihre Häuser verlassen und hoffen, dass bei der Entschärfung nichts schiefgeht – und das nicht einmal, sondern gleich dreimal. Denn auf dem Areal am Neu-Ulmer "Südstadtbogen" entdeckten Bauarbeiter gleich drei Blindgänger innerhalb von nur wenigen Wochen im März und April.

Nach der dritten Entschärfung reagierte die Stadt. Bevor die Bauarbeiten weitergingen wurde das Gelände nun Stück für Stück sondiert und nach weiteren Blindgängern abgesucht. Verdächtige Objekte wurden dabei zwar auch gefunden – eine weitere Bombe war aber nicht darunter.

Zwei Tote, 14 Verletzte – Zugunglück in Aichach

Ein lauter Knall schreckt die Anwohner rund um die Bahnstrecke in Aichach in der Nacht vom 7. Mai 2018 auf. Viele von ihnen ahnen sofort, dass etwas am Bahnhof passiert sein muss und rennen dorthin. Dort zeigt sich schnell das Unglück: Eine Regionalbahn war auf einen stehenden Güterzug aufgefahren. Der Lokführer und eine 73-jährige Frau sterben, 14 Fahrgäste werden verletzt.

Bis heute ist unklar, wie genau der Unfall passieren konnte. Hatte der Fahrdienstleiter den Zug auf das falsche Gleis gelenkt? Welche Rolle spielte die veraltete Technik im Aichacher Bahnhof? Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch in dem Fall. Die Bahn will die Stellwerkstechnik an den Bahnhöfen nun systematisch nachrüsten. Doch das geht nur langsam – in Aichach soll die Umrüstung bis 2024 abgeschlossen sein. Der Sohn der getöteten Frau kämpft deshalb weiter für schnelle Veränderungen.

Abschuss oder Schutz - Das Allgäu streitet über den Wolf

Fünf Schafe und drei Kälber sind dem Wolf in diesem Jahr in Bayern zum Opfer gefallen. Der Schwerpunkt lag dabei im Oberallgäu – bis auf zwei Schafe wurden alle getöteten Tiere dort gefunden. Auf jeden Fund folgte das Warten: War es wirklich ein Wolf? Und hat ihn jemand gesehen? Währenddessen wuchs im Sommer der Unmut unter den Landwirten und Schafhaltern.

Sie fühlen sich mit dem Problem allein gelassen. Der „Aktionsplan Wolf“ der Bayerischen Staatsregierung sieht vor, dass verhaltensauffällige Wölfe künftig abgeschossen werden dürfen, aber erst, wenn andere Lösungen ausgeschlossen wurden. Umweltschützer kritisieren die Vorgabe der Regierung als Abschussplan – vielen Landwirten geht sie dagegen nicht weit genug. Eine Lösung des Streits steht noch aus.

Unwissend infiziert - Hepatitis-C-Skandal in Donauwörth

Wer sich im Krankenhaus einer OP unterzieht, legt dabei viel Vertrauen in die Ärzte, die ihn versorgen. Für über 1.500 ehemalige Patienten der Donau-Ries-Klinik in Donauwörth wurde dieses Vertrauen im Herbst 2018 jäh erschüttert. Sie alle wurden vom Gesundheitsamt angeschrieben und aufgefordert, sich auf Hepatitis C testen zu lassen.

Der Verdacht: Ein medikamentenabhängiger ehemaliger Anästhesist des Krankenhauses könnte die Patienten mit dem Virus angesteckt haben. Bislang wurden 62 ehemalige Patienten positiv auf Hepatitis C getestet – bei 60 von ihnen besteht der Verdacht, dass sie sich bei dem Arzt angesteckt haben. Doch viele Fragen sind noch offen: Ist der Arzt wirklich für die Ansteckung verantwortlich? Und wenn ja, wie wurden die Patienten genau angesteckt? Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall – Antworten wird hoffentlich das nächste Jahr bringen.