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Rückblick: Das Jahr 2018 in Niederbayern | BR24

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Josefa Schmid, Bürgermeisterin von Kolnburg

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Rückblick: Das Jahr 2018 in Niederbayern

Eine Dorfbürgermeisterin mischt die Bundespolitik auf, ein 15-Jähriger stirbt bei einer Schlägerei und ein TV-Paradiesvogel scheidet aus dem Leben: das war das Jahr 2018 in Niederbayern.

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Faustkämpfe beim Derby

Dieses Sportereignis elektrisiert alle Eishockeyfans in der Region: Im Januar treffen in der Eishockey Oberliga der Deggendorfer SC und der EV Landshut aufeinander. Deggendorf gewinnt mit 4:2. Nach dem Spiel gehen Fans beider Mannschaften aufeinander los. Es gibt mehrere Verletzte. Sieben Männer, alle Fans des EV Landshut, werden festgenommen. Beim Rückspiel einige Woche später bleibt alles friedlich. Mittlerweile sind Fan-Randale zwischen Deggendorfern und Landshutern ausgeschlossen: Der DSC schafft den Aufstieg in die DEL2, Landshut bleibt als einziger niederbayerischer Vertreter in der Oberliga Süd zurück.

Eine Dorfbürgermeisterin macht Schlagzeilen

Josefa Schmid, die Bürgermeisterin der kleinen Bayerwaldgemeinde Kollnburg, war immer schon für Schlagzeilen gut, ob als TV-Nebendarstellerin oder als Schlagersängerin. In ihrem Hauptberuf arbeitet Schmid für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BaMF) – seit Januar an der Dienststelle in Bremen. Sie beschuldigt die dortigen Behördenmitarbeiter, in der Vergangenheit tausendfach falsche Asylbescheide ausgestellt zu haben. Die Vorwürfe stellen sich später als größtenteils falsch heraus. Schmid wird nach Niederbayern zurückgeschickt. Kritiker werfen ihr vor, sie habe die BaMF-Affäre für ihren Landtagswahlkampf instrumentalisiert. Sie kandidiert im Herbst für die FDP – und verpasst den Einzug in den Landtag.

Eine Schlägerei endet tödlich

Der Schüler Maurice K. aus Passau wird nur 15 Jahre alt. Am 18. April trifft er sich mit einem anderen Jugendlichen in der Passauer Innenstadt um einen Streit auszutragen - mit den Fäusten. Die Situation eskaliert. Mehrere Jugendliche schauen zu, als Maurice das Bewusstsein verliert. Er erstickt an seinem eigenen Blut. Die ganze Stadt steht unter Schock. im November beginnt der Strafprozess: Vier Jugendliche und junge Männer müssen sich vor Gericht verantworten. Ihnen wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Das Urteil könnte im Januar 2019 gesprochen werden.

Ein Dackelmuseum für Passau

Der Dackel bekommt ein Museum: In Passau wird am Ostermontag das erste Dackelmuseum Deutschlands eröffnet. Die Gründer Josef Küblbeck und Oliver Storz haben gut 2.000 Dackel-Exponate vom Stofftier bis zur Weihnachtsdeko zusammengetragen und präsentieren ihre mehr oder minder geschmackvolle Sammlung nun mitten in der Altstadt der Öffentlichkeit.

In Passau entbrennt derweil eine lebhafte Diskussion, wie viel Kitsch die Altstadt eigentlich noch verträgt - die an Weihnachten einen weiteren Höhepunkt erfährt.

Pollenalarm im Bayerischen Wald

Im Bayerischen Wald staubt’s. Die ungewöhnliche Wetterlage sorgt Ende April für eine explosionsartige Produktion von Blütenstaub. Weil es nach dem Winter plötzlich sehr, sehr warm geworden ist, blühen Nadelbäume und Ahorn viel heftiger als in normalen Jahren. Immer wieder trägt der Wind dichte Staubwolken über das Land. Fensterscheiben, Autos und Straßen sind tagelang von einem dichten, gelben Staubfilm bedeckt.

Die neue Grenzpolizei: Erfolg oder Mogelpackung?

Mitte Juli nimmt die neue Bayerische Grenzpolizei mit Sitz in Passau ihre Arbeit auf. Ihre Gründung gehört zum sogenannten Asylplan des neuen Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). Die Opposition spottet über die neue Polizeibehörde und spricht von einem Etikettenschwindel. Die erste Bilanz ist eher ernüchternd: In den ersten fünf Monaten nach Gründung der Grenzpolizei haben ihre Beamten neun Migranten aufgegriffen. Allerdings gab es im Zuge der Kontrollen viel sogenannten Beifang: die Grenzpolizisten haben mehr als 200 illegale Einreisen verhindert und zudem Hunderte von Kriminellen aus dem Verkehr gezogen, nach denen wegen anderer Delikte gefahndet wurde.

Ein Entertainer scheidet aus dem Leben

Zeit seines Lebens hat der Sänger und Entertainer Daniel Küblböck polarisiert: Ihm schlugen gleichermaßen Spott und Bewunderung entgegen, seit der junge Mann aus Eggenfelden 2003 mit der ersten Staffel der Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar“ bekannt wurde. Am 9. September geht Küblböck während einer Atlantiküberquerung mit dem Kreuzfahrschiff Aida über Bord. In der Heimat ist die Betroffenheit groß. Die genauen Umstände seines Todes sind immer noch unklar, seine Leiche wurde bis heute nicht gefunden.

Ein Sushi-Vielfraß bekommt Hausverbot

Der Triathlet Jaroslav Bobrowski nutzt in einem Asia-Restaurant in Ergolding das All-you-can-Eat-Angebot konsequent aus. Nach dem Training verspeist er 100 Portionen Sushi auf einmal. So hat sich der Restaurant-Betreiber das nicht vorgestellt. Er erteilt dem Sushi-Vielfraß Anfang September Hausverbot. Schließlich versöhnen sich Gastwirt und Triathlet, das Hausverbot wird aufgehoben. Die Ergoldinger Sushi-Affäre wird friedlich beigelegt.

Wahlfälscher vor Gericht

Vor vier Jahren sollen in Geiselhöring in großem Stil die Kommunalwahlen manipuliert worden sein. Im Oktober 2018 beginnt vor dem Landgericht Regensburg endlich der Strafprozess zu Aufarbeitung der Affäre. Angeklagt sind ein Spargelbauer und einige seiner Mitarbeiter. Sie sollen Briefwahlstimmzettel von mehr als 400 Erntehelfern ausgefüllt oder diese bei der Stimmabgabe beeinflusst haben. Der Hauptangeklagten wollte aus Sicht der Anklage das Wahlergebnis seiner Frau und weiterer CSU-Kandidaten verbessern.

Der Prozess wird schon nach wenigen Tagen vertagt, weil die Verteidigung zu spät Zugang zu wichtigem Beweismaterial bekam. Fortsetzung folgt ... im März 2019.

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Niederbayern 2018