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Rückblick: Das Jahr 2018 in der Oberpfalz | BR24

© pa/dpa/Peter Kneffel

Regensburgs suspendierter OB Wolbergs auf der Anklagebank. Im Oktober 2018 begann der Korruptions- und Parteispendenprozess gegen ihn.

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Rückblick: Das Jahr 2018 in der Oberpfalz

Ein Oberbürgermeister auf der Anklagebank, ein tödlicher Schuss aus einem Jagdgewehr, eine Autobahn als Großbaustelle und ein neues Museum, das langsam Gestalt annimmt: das war das Jahr 2018 in der Oberpfalz.

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Die A3 wird zur Großbaustelle

Im Februar 2018 wird die A3 bei Regensburg zur Großbaustelle. Die Autobahn wird zwischen dem Kreuz Regensburg und Rosenhof auf einer Länge von 15 Kilometern sechsspurig ausgebaut. 78.000 Fahrzeuge sind auf diesem Streckenabschnitt täglich unterwegs. Für die Autofahrer wird die Nutzung der A3 zum Geduldsspiel - und das auf Jahre. Denn die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis 2024 dauern, oder noch länger. Denn in den ersten Wochen müssen die Arbeiten mehrfach unterbrochen werden, weil die Bauarbeiter auf Blindgänger aus dem Zweiten Wletkrieg stoßen.

Eine Moschee erhitzt die Gemüter

In Regensburg wird über den geplanten Bau einer Moschee gestritten. Bauherr ist der türkisch-islamische Religionsverein Ditib. Im Februar sorgt die verfassungsfeindliche, sogenannte Identitäre Bewegung mit einer makabren Aktion für Schlagzeilen: Ihre Mitglieder errichten auf dem Moschee-Bauplatz mehrere Dutzend Holzkreuze, die sie den Opfern islamistischer Terroranschläge widmen. Die Aktion wird gefilmt und im Internet verbreitet. Ungeachtet dessen wird im Sommer mit dem Bau der Moschee begonnen.

Ende einer Garnisonsstadt

Amberg hat eine 300-jährige Geschichte als stolze Garnisonsstadt. Im April geht diesen Ära zu Ende. Die letzten 300 Bundeswehrsoldaten verlassen die Stadt. Der Führungsstab der Panzerbrigade 12 wird im Zuge der Bundeswehrreform nach Cham verlegt. Die Amberger Leopoldkaserne steht jetzt leer, was aus der Anlage wird, steht noch nicht fest.

Eine Studentin wird ermordet

Der gewaltsame Tod der Amberger Studentin Sophia L. bewegt im Sommer ganz Deutschland. Die 28 Jahre alte Frau verschwindet im Juni, als sie von Leipzig aus in ihre bayerische Heimat trampen will. An der A9 steigt sie in den Lastwagen eines Marokkaners. Dann verliert sich ihre Spur. Ihre Angehörigen starten in den sozialen Medien verzweifelte Suchaufrufe. Tage später dann die traurige Gewissheit: Sophias Leiche wird an einer Tankstelle in Spanien gefunden. Der Lastwagenfahrer wird kurze Zeit später als tatverdächtig festgenommen und nach Deutschland überstellt. – Im Netz schlägt der Kriminalfall unterdessen hohe Wellen: Das Mordopfer war eine engagierte Flüchtlingshelferin. Weil der mutmaßliche Mörder ein Ausländer ist, hagelt es viele hämische Kommentare aus der rechten Ecke. Auch auf einer AfD-Demo in Chemnitz wird das Foto der Ermordeten gezeigt. Die Familie ist entrüstet.

Ein tödlicher Schuss aus dem Jagdgewehr

Auf der B16 bei Nittenau schlägt am 12. August die verirrte Kugel aus einem Jagdgewehr in ein fahrendes Auto ein. Auf dem Beifahrersitz sitzt ein 47 Jahre alter Mann aus Regensburg. Er wird tödlich getroffen. In der Nähe war eine Jagdgesellschaft unterwegs. Die Polizei stellt ein Dutzend Waffen sicher. Es dauert sechs Wochen, bis alle Gewehre kriminaltechnisch untersucht sind und der Schütze identifiziert ist. Der Täter befindet sich auf freiem Fuß. Die Polizei geht von einem Unglücksfall aus.

Ein Abendessen mit Gloria

Es ist nicht das erste Mal, dass die Regensburger den Kopf schütteln über die Eskapaden von Gloria von Thurn und Taxis: im Oktober sorgt die Unternehmerin für Schlagzeilen, weil sie die Nähe zum amerikansiche Rechtspopulisten Steve Bannon, Ex-Berater von Präsident Trump, sucht. Bannon will angeblich eine europaweite, rechte Sammlungsbewegung gründen, berichtet der „Spiegel“. In Washington organisiert Bannon im September ein Abendessen für konservative Katholiken. Am Tisch sitzt neben Gloria ein weiterer alter Bekannter: der frühere Regensburger Bischof und Chef der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller.

Ein Oberbürgermeister auf der Anklagebank

Am 24. September beginnt in Regensburg der Prozess gegen den suspendierten Oberbürgermeister Joachim Wolbergs und drei weitere Angeklagte: Es geht um Korruptionsvorwürfe und Verstöße gegen das Parteiengesetz. Der SPD-Politiker soll einem mitangeklagten Immobilienunternehmer Vorteile bei einem Grundstücksgeschäft verschafft haben – als Gegenleistung für üppige Parteispenden und weitere Gefälligkeiten. Die Angeklagten bestreiten die Vorwürfe. Erkenntnisse aus den ersten Verhandlungswochen: Polizei und Staatsanwaltschaft haben sich massive Ermittlungspannen geleistet. Über den angeklagten Oberbürgermeister sagen Parteifreunde im Zeugenstand: Beim Geld neigt er zur Schlamperei.

Ein Museum entsteht

Im Frühjahr 2019 soll auf dem Regensburger Donaumarkt das neue Museum der Bayerischen Geschichte eröffnet werden – mit einem Jahr Verspätung. Langsam nimmt das neue Haus Gestalt an, Außen wie Innen. Am 14. September wird das erste und schwerste Exponat der neuen Sammlung angeliefert: eine mehr als 100 Jahre alte, tonnenschwere landwirtschaftliche Dampfmaschine.

Die größte Holzkugel der Welt

Am Steinberger See im Kreis Schwandorf werden im November die bis zu 40 Meter hohen Bauteile für die angeblich höchste begehbare Holzkugel der Welt errichtet. Investoren planen an dem Badesee einen Erlebnispark der Superlative. Nach einem Brandanschlag verzögern sich die Bauarbeiten jedoch. Eigentlich sollte die Kugel schon im Sommer 2018 fertiggestellt und begehbar sein. Die Planer bleiben dennoch optimistisch: Sie rechnen künftig mit bis zu 150.000 Besuchern pro Jahr - das sind so viele Gäste, wie jedes Jahr die Walhalla besuchen.