Kulmbach bekommt ein Kompetenzzentrum für Strahlenschutz. Es soll beim Rückbau der Kernkraftwerke eine bedeutende Rolle einnehmen. (Symbolbild)

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Julian Stratenschulte
  • Artikel mit Audio-Inhalten
>

Rückbau von Kernkraftwerken: In Kulmbach sitzt die Kompetenz

Rückbau von Kernkraftwerken: In Kulmbach sitzt die Kompetenz

In Kulmbach soll ein Kompetenzzentrum für Strahlenschutz entstehen. Es soll beim Rückbau der Kernkraftwerke in Deutschland eine bedeutende Rolle einnehmen – schließlich hat man hier damit schon Erfahrung.

Der Rückbau von Atomkraftwerken in Deutschland ist eine Mammutaufgabe, für die es echte Spezialisten braucht – Spezialisten, wie sie im Landkreis Kulmbach zu finden sind. Deshalb soll das geplante neue Kompetenzzentrum für Strahlenschutz hier entstehen und beim Rückbau der Kraftwerke eine bedeutende Rolle einnehmen.

Kulmbach als "Leuchtturm der Umweltkompetenz"

Vorgesehen ist, das neue Kompetenzzentrum an der Außenstelle des Bayerischen Landesamtes für Umwelt am Schloss Steinenhausen zu bauen. Das bestätigt das Landesamt auf BR-Nachfrage. "Ein Leuchtturm der Umweltkompetenz in Oberfranken" solle der Standort Kulmbach werden, sagt Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler).

Die Planungen sehen vor, dass der Neubau eine Bruttogrundfläche von über 3.700 Quadratmeter hat. Die Kosten belaufen sich auf über 42 Millionen Euro.

Deshalb soll das Kompetenzzentrum nach Kulmbach kommen

Für den Standort Kulmbach habe gesprochen, dass das dortige Personal des Landesamts für Umwelt Erfahrungen aus dem erfolgreichen Rückbau des Versuchsatomkraftwerks Kahl habe. Das Kernkraftwerk Kahl in der Nähe von Großwelzheim in Unterfranken war das erste kommerziell betriebene Kernkraftwerk in Deutschland. Es war 1985 stillgelegt und bis Ende 2008 rückgebaut worden.

Arbeitsplätze werden von Augsburg nach Kulmbach verlagert

Für das neue Kompetenzzentrum für Strahlenschutz sollen 15 Arbeitsplätze aus Augsburg nach Kulmbach verlagert werden. Dies sei Teil der Heimatstrategie des Freistaats Bayern, bei der Behörden in den ländlichen Raum verlagert werden, hieß es. "Ein gutes Zeichen für die Region", findet der Landtagsabgeordnete Martin Schöffel (CSU). Auch bei der Stadt Kulmbach freut man sich über die Pläne zum neuen Kompetenzzentrum. "Wir freuen uns sehr. Das ist eine unglaubliche Bereicherung für Kulmbach", ließ das Rathaus mitteilen.

Am Mittwoch hat der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags den Plänen zugestimmt. Somit kann nun die Projektplanung fortgesetzt werden. Die Umsetzung soll bis 2025 abgeschlossen sein.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!