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Wegen der Corona-Pandemie war in Franken lange Zeit wenig EM-Stimmung zu spüren. Kurz vor dem Start des Turniers laufen die Vorbereitungen auf ein Fußball-Fest im kleinen Rahmen auf Hochtouren.

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Rudel-Gucken statt Public Viewing: EM-Fieber in Franken steigt

Kein Public Viewing mit tausenden Fans, Deutschland-Wimpel, die vor Turnierbeginn verramscht werden: Bisher war von EM-Fieber in Franken wenig zu spüren. Doch langsam laufen sich die Fans warm – und freuen sich aufs Rudel-Gucken im kleinen Rahmen.

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Von
  • Michael Reiner
  • Richard Padberg

Ein Test der Lichtanlage, die Großbild-Leinwände stehen bereits und die Tische werden auf den Plastikrasen getragen: Die Vorbereitungen auf der Bergbühne am Nürnberger Flughafen laufen auf Hochtouren. Am Freitag wird hier das Auftakt-Spiel zur EM übertragen. Auf Großbildleinwänden zwar, aber in ungewohnt kleinem Rahmen vor maximal 500 Besuchern, sagt Veranstalter Christopher Dietz. Rudel-Gucken im kleinen Rahmen, das ist das höchste der Fan-Gefühle, die derzeit erlaubt sind.

Früher kamen 20.000 und mehr Fans

Dietz erinnert sich mit etwas Wehmut an vergangene Fußball-Großereignisse. Zu früheren Public Viewing-Veranstaltungen, die er in Nürnberg organisiert hat, kamen schon mal 20.000 und mehr Zuschauer auf Wiesen und große Plätze. Seit dem Confed-Cup 2005 in Nürnberg ist er im Geschäft. Dietz stellt fest, dass das Interesse am gemeinsamen Fußball-Schauen nach der langen Corona-Pause langsam zunimmt.

Öffnungs-Regeln kommen Betreibern entgegen

Nach 15 Monaten sind auch Dietz und sein Team froh, überhaupt wieder eine öffentliche Fußball-Übertragung anbieten zu können. Public Viewing ist nach den aktuellen Corona-Regeln zwar immer noch verboten. Aber es ist erlaubt, in einem Biergarten die Spiele öffentlich zu zeigen. "Ab Donnerstag dürfen zehn Menschen aus zehn Haushalten gemeinsam kommen. Das ist für uns wie eine Punktlandung", sagt Dietz.

Ohne feste Sitzplätze geht gar nichts

Voraussetzung ist, dass die Abstandsregeln eingehalten werden, sagt Nürnbergs Stadtrechts-Direktor Olaf Kuch. "Hochspringen ist erlaubt, das Umarmen bei einem Tor oder einem Sieg ist dagegen weiterhin verboten", erläutert er. Deshalb kann es auch keine Public-Viewing-Veranstaltungen geben. Erlaubt ist lediglich das Gemeinschafts-Gucken nur in der Gastronomie mit festen Sitzplätzen.

Gastwirte benötigen keine Genehmigung

Viele Wirte werden deshalb einen Fernseher aufstellen. So ist beispielsweise auf der Fürther Freiheit ab 1. Juli ein Public-Viewing-Biergarten geplant. Und in Bamberg könnten Fußballbegeisterte hoch oben auf dem Gelände der Altenburg die EM-Spiele schauen. Dort ist geplant, die Spiele auf einer LED-Großbildleinwand zu übertragen. Noch prüft die Stadt Bamberg das Konzept. In vielen anderen Orten in Mittel- und Oberfranken wird es kleinere Events in Gaststätten und Biergärten geben. Eine extra Genehmigung benötigen die Wirte dafür nicht, wenn sie die derzeit geltenden Regeln einhalten.

Interesse hängt vom Turnierverlauf ab

Allerdings: Ohne EM-Begeisterung bei ihren Gästen geht es auch nicht. Und die ist derzeit lediglich dezent zu spüren. Eine Umfrage in der Nürnberger Fußgängerzone zeigt jedoch: So langsam nimmt das Interesse der Fans zu. Das gewonnene Testspiel und der EM-Erfolg der U21-Nationalmannschaft haben sicher dazu beigetragen, sagen die Passanten. Jetzt kommt es darauf an, wie das Turnier anläuft. Und vor allem, wie sich das deutsche Nationalteam schlägt. Für dessen erstes Spiel am 15. Juni sind bereits rund die Hälfte der Plätze an der Bühne am Nürnberger Flughafen verkauft – so langsam steigt es also, das EM-Fieber in Franken.

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