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Rosenheimer Stammbeckenmoore von internationaler Bedeutung | BR24

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Das Bundesumweltministerium hat die Rosenheimer Stammbeckenmoore als "Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung" ausgewiesen. Sie stehen damit in einer Reihe mit der französichen Camargue oder dem Donaudelta in Rumänien.

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Rosenheimer Stammbeckenmoore von internationaler Bedeutung

Das Bundesumweltministerium hat die Rosenheimer Stammbeckenmoore als "Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung" ausgewiesen. Sie stehen damit in einer Reihe mit der französichen Camargue oder dem Donaudelta in Rumänien.

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Von
  • Dagmar Bohrer-Glas
  • Christoph Müller

Das Gebiet von Rosenheim bis zu den Alpen mit seinen Hochmooren sei Teil eines der größten Moorkomplexe Süddeutschlands, teilte das Bundesumweltministerium unter Berufung auf das Internationale Ramsar-Sekretariat mit. Es beherberge etwa gefährdete Arten des Sonnentaus sowie vom Aussterben bedrohte Vogel-, Libellen-, Schmetterlings- und Heuschreckenarten. Intakte Moore leisten zudem einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Klimas.

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Sonnentau im Moor bei Rosenheim

In einer Reihe mit der Camargue und dem rumänischen Donaudelta

«Ein besserer Moorschutz ist ein zentraler Baustein, um die Artenvielfalt zu erhalten und das Klima zu schützen», so Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Die Moore bei Rosenheim gehörten nun zur Riege international bedeutsamer Feuchtgebiete, wie etwa die französische Camargue oder das Donaudelta in Rumänien.

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Flamingos in der Camargue

Nur noch ein Prozent naturnahe Hochmoore in Deutschland

Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, sagte, mehr als 90 Prozent der Moorböden in Deutschland seien entwässert und würden land- oder forstwirtschaftlich genutzt. Naturnahe Hochmoore seien in Deutschland auf etwa ein Prozent ihrer ursprünglichen Ausdehnung zurückgedrängt. «Umso erfreulicher ist es, dass es in Bayern gelungen ist, großflächig Hochmoorflächen der Rosenheimer Stammbeckenmoore wieder zu vernässen und das Gebiet zu renaturieren.»

Zeugen der letzten Eiszeit

Noch vor ca. 10.000 Jahren bedeckte ein See von der Größe des heutigen Bodensees auch das Gebiet zwischen Rosenheim, Bad Feilnbach und Raubling. Nach Trockenfallen des Sees entstand über dem tonreichen Seeboden im Laufe von Jahrtausenden eine Sumpflandschaft, die zu einem der größten und bedeutendsten voralpinen Moorkomplexe heranwuchs – den sogenannten „Rosenheimer Stammbeckenmooren“.

Im 19. Jahrhundert begann der Mensch, die riesigen Rosenheimer Stammbeckenmoore zu "zähmen". Sie wurden entwässert und der Torf abgebaut, zunächst als Brennmaterial für Eisenbahnen, Brauereien und Salinen, später auch zur Herstellung von Blumenerde. Die moorspezifischen Arten und Lebensgemeinschaften wurden daraufhin von trockenen Heiden und Moorwäldern verdrängt.

Torfabbau wurde erst vor 15 Jahren eingestellt

Noch bis 2005 wurde dort großflächig Torf für Blumenerde abgebaut. Heute wird nur auf kleinen Flächen Torf für Heilzwecke entnommen. Zudem gibt es Projekte, um die Hochmoorflächen zu renaturieren.

Moore speichern nicht zuletzt Wasser, verbessern die Wasserqualität und bringen Kühlung in heißen Sommern. In intaktem Zustand leisten Moore als langfristige Kohlenstoffsenken einen höheren Beitrag zum Klimaschutz als jedes andere Ökosystem in Deutschland.

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