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Rosenheim und Augsburg schon ab Freitag in Teil-Lockdown | BR24

© pa/dpa/Michael Mährlein

Augsburg.

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Rosenheim und Augsburg schon ab Freitag in Teil-Lockdown

Rosenheim und Augsburg haben am Donnerstag Nachmittag bekannt gegeben, dass sie den deutschlandweit für Montag geplanten Teil-Lockdown bereits auf Freitag um 21 Uhr vorziehen. In beiden Städten liegt die 7-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 256.

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Ganz Deutschland geht am Montag in einen Teil-Lockdown, zwei bayerische Städte bereits am Freitag Abend. Die hohen Infektionszahlen lassen Rosenheim und Augsburg offenbar keinen Spielraum mehr.

7-Tage-Inzidenz von 256,7 in Augsburg

In der Stadt Augsburg sind seit Mittwoch weitere 174 Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Das hat am Vormittag die Stadt auf ihrer Internetseite bekannt gemacht. Demnach liegt der aktuelle Inzidenzwert jetzt bei 256,7.

Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) hat sich deshalb in Rücksprache mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dafür entschieden, dass die schärferen Corona-Maßnahmen in Augsburg bereits am Freitag, 30. Oktober ab 21 Uhr in Kraft treten werden.

Darüber hinaus ordnet die Stadt Augsburg eine ausgeweitete Maskenpflicht an, und zwar an Hauptverkehrsadern, an den Uferbereichen von Lech und Wertach, wo Menschen vermehrt ihre Freizeit verbringen, und auf allen öffentlichen Spielplätzen. Es gilt eine verpflichtende Bereitstellung von Desinfektionsmitteln in allen Geschäften und öffentlichen Einrichtungen. Ab morgen gilt zudem ein Alkoholverbot in allen öffentlichen Bereichen in der Stadt zwischen 21 Uhr und 6 Uhr.

Augsburg: Schulen und Kitas bleiben offen

Kitas und Schulen im Stadtgebiet sollen offen bleiben, weil diese Bereiche keine Infektionstreiber seien. Für die Schulen gilt nach den Ferien die Verordnungen nach Warnstufe 3, d.h. wenn ein Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, findet ein Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht statt.

Oberstes Ziel sei es - so Weber, das Gesundheitssystem zu stabilisieren. Der stellvertretende Ärztliche Direktor des Uniklinikums, Helmut Messmann sagte: "Wir befinden uns auf einer Abschussfahrt!" Am Klinikum würden derzeit 107 Covid-Patienten inklusive Verdachtsfälle behandelt. Davon 25 auf Intensivstation. 19 Patienten müssen beatmet werden. Das seien deutliche mehr als im Frühjahr. Weil die Patienten vor allem aus dem Stadtgebiet kämen, hätten bereits andere Krankenhäuser Fälle übernommen.

© Stadt Augsburg

Die Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber hat heute angekündigt, die gestern von den Ministerpräsidenten beschlossenen Maßnahmen in Augsburg bereits am Freitag einzuführen.

7-Tage-Inzidenz von 256,49 in Rosenheim

Auch die Stadt Rosenheim hat heute beschlossen, wegen der extrem hohen Corona-Infektionszahlen früher in den Teil-Lockdown zu gehen als der Rest Bayerns. Die Regierung von Oberbayern habe die Stadt angewiesen, die landesweit ab Montag geltenden Corona-Beschränkungen bereits ab Freitag 21 Uhr in Kraft zu setzen, teilte die Kommune am Donnerstag mit. Hintergrund sei die seit drei Tagen über 200 liegende 7-Tage-Inzidenz in der Stadt.

"Ich bin über diese vorgezogenen Beschränkungen, speziell für den Bereich der Gastronomie, außerordentlich unglücklich. Im Hinblick auf den notwendigen Infektionsschutz der Bevölkerung war eine für die Gastronomie günstigere Lösung aber nicht mehr möglich." Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März

OB bedauert Anweisung

Oberbürgermeister Andreas März (CSU) bedauert die Anweisung der Regierung von Oberbayern: "Ich bin über diese vorgezogenen Beschränkungen, speziell für den Bereich der Gastronomie, außerordentlich unglücklich. Im Hinblick auf den notwendigen Infektionsschutz der Bevölkerung war eine für die Gastronomie günstigere Lösung aber nicht mehr möglich", so März.

Seiner Meinung nach könnten Stadt und Landkreis Rosenheim nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Es sei damit zu rechnen, das über das Wochenende über viele Bürger aus der Stadt in den Landkreis fahren, um dort Gastronomiebetriebe zu besuchen. "Ich appelliere an die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, dabei dringend die notwendige Vorsicht walten zu lassen und die Hygiene-Bestimmungen einzuhalten", so März.

Rosenheimer Christkindlmarkt abgesagt

Auch der Rosenheimer Christkindlmarkt wurde am Donnerstag wegen der hohen Infektionszahlen abgesagt. Eine kurzfristige Entspannung der Corona-Lage sei derzeit nicht zu erwarten, so die Begründung. Eine Veranstaltung wie der Christkindlmarkt solle die Innenstadt beleben, so Tobias Tomczyk, der Vorsitzende des zuständigen Ausschusses im Wirtschaftlichen Verband. Das aber widerspreche den derzeitig notwendigen Vorgaben, Kontakte und Mobilität einzuschränken.

Der Wirtschaftliche Verband teilte mit, bereits an einem Konzept für einen "Winter in Rosenheim" zu arbeiten. Dieses soll auch kurzfristig umsetzbar sein, wenn sich die Situation entspanne. Ziel dieser Alternative sei es - mit entsprechenden Hygienekonzepten und unter Abwägung aller Faktoren -, "den Handelsstandort Rosenheim sowie die Existenzen der Markthändler und Schausteller zu stärken", so der Vorsitzende des Wirtschaftlichen Verbandes, Reinhold Frey. Der Wirtschaftliche Verband ist Veranstalter des Christkindlmarktes, die Stadt Rosenheim erteilt als zuständige Behörde die Genehmigung

Bundesweiter Teil-Lockdown ab Montag

Rosenheim und Augsburg sowie die Landkreise Berchtesgadener Land und Rottal-Inn sind derzeit die am stärksten von Corona-Neuinfektionen betroffenen Kommunen im Freistaat. Nach dem Beschluss von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Ministerpräsidenten werden private Kontakte ab Montag bundesweit stark beschränkt, Restaurants und Freizeiteinrichtungen geschlossen und Veranstaltungen untersagt.

Alles Wichtige zur Corona-Pandemie finden Sie hier.

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