BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© picture alliance / Zoonar | Valentyn Semenov
Bildrechte: picture alliance / Zoonar | Valentyn Semenov

Mit Äpfeln, Honig und Wein wird traditionell das jüdische Neujahrsfest eingeläutet.

2
Per Mail sharen

    Rosch haShana - Neujahr im Spätsommer

    Bis Silvester dauert es noch ein paar Monate, doch das jüdische Neujahrsfest Rosch haSchana fällt heuer auf den 7. September und beginnt schon heute Abend. Jahreswechsel im Sommer gibt es auch in anderen Religionsgemeinschaften und Kulturkreisen.

    2
    Per Mail sharen
    Von
    • Sandra Demmelhuber

    Countdown im Schnee, knallende Sektkorken und Raketen: Das ist hierzulande ein typischer Start ins neue Jahr. Mit Sommerferien und Freibadwetter bringt man das Neujahrsfest da eher weniger in Verbindung.

    Doch jüdische Menschen in Bayern und in anderen Teilen der Welt begrüßen schon heute das neue Jahr.

    Willkommen im Jahr 5782

    Wenn am Abend die Sonne untergeht, beginnt das jüdische Neujahrsfest "Rosch haSchana" und damit das Jahr 5782. Rosch haSchana bedeutet wörtlich "Kopf des Jahres", also der Beginn des Jahres. Das Fest leitet die sogenannten zehn Bußtage ein, die im Festtag Jom Kippur - dem höchsten jüdischen Fest - gipfeln.

    In Deutschland und in vielen anderen Ländern feiern die Menschen Neujahr immer am 1. Januar. Bei Rosch haSchana ist das aber etwas anders: Es findet immer 163 Tage nach dem ersten Tag des Pessach-Festes statt und da sich Pessach nach dem Mond richtet, hat folglich auch das jüdische Neujahrsfest keinen festen Tag im Kalender.

    Der Beginn des neuen Jahres ist immer der erste Tag des Monats "Tischri". Das kann zwischen 5. September und 5. Oktober sein. Heuer fällt der erste Tag des neuen Jahres auf den 7. September und da die jüdischen Feiertage immer am Vorabend des eigentlichen Festes beginnen, wird eben auch schon heute Abend auf das neue Jahr angestoßen.

    Äpfel, Honig und süße Speisen

    An Rosch haSchana ist es Tradition, beim festlichen Essen ein Stück Apfel in Honig zu tauchen. Das neue Jahr soll schließlich "gut und süß" sein. Man wünscht sich dann, wie hierzulande, "Rosch ha-Schana tov", also einen guten Rutsch ins neue Jahr.

    Ein Granatapfel darf bei der festlich gedeckten Tafel dann auch nicht fehlen, er symbolisiert das Leben. Die guten Taten im neuen Jahr sollen so viele sein wie die Fruchtkerne. In vielen Kulturen gilt der Granatapfel außerdem als Zeichen der Fruchtbarkeit und Vollkommenheit.

    Schofar-Blasen am Münchner Jakobsplatz

    Zu den wichtigsten Gebräuchen gehört neben dem Wein und den süßen Speisen auch das Schofar-Blasen im Gottesdienst. Die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern lädt auch in diesem Jahr wieder die Münchnerinnen und Münchner ein, beim öffentlichen Blasen des Widderhorns (hebr. "Schofar") auf dem St.-Jakobs-Platz teilzunehmen. Beginn ist bei schönem Wetter am Dienstag, 7. September, um 13 Uhr.

    Teilnehmen darf jeder - ob Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde oder nicht. Interessierte müssen sich jedoch auf strenge Sicherheitskontrollen einstellen und sollten sich vorzeitig einfinden.

    Äthiopier starten am Samstag ins Jahr 2013

    Neujahresfeiern im Sommer oder mitten in "unserem" Jahr gibt es übrigens nicht nur bei den Juden. Auch die Kopten, die größte christliche Gemeinschaft in Ägypten, feiern ihr Neujahr im Spätsommer.

    Heuer fällt ihr Fest, Nairuz, auf den 11. September. Und damit beginnt für die rund 100 Millionen Äthiopier am 11. September ebenfalls ein neues Jahr, denn das afrikanische Land hat seine Zeitrechnung dem koptischen Kalender angepasst. Der liegt gegenüber dem gregorianischen um etwa sieben Jahre und acht Monate zurück. Äthiopier starten also am 11. September erst in das Jahr 2013.

    Nächstes islamisches Neujahr im Juli 2022

    Das islamische Jahr beginnt auch im Sommer, und zwar im Monat Muharram. Da soll Mohammed von Mekka nach Medina geflohen sein. Nach christlicher Zeitrechnung war das im Jahr 622, also begann am 10. August 2021 das 1443. islamische Jahr. Das nächste Neujahr in islamischer Zeitrechnung ist dann wieder am 30. Juli 2022.

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!