BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Rollstuhlfahrerin wird Landshuter Dultprinzessin | BR24

© Bayern 1

Melanie Zuhr aus der Nähe von Velden (Lkr. Landshut) hat die Wahl zur ersten Landshuter Dultprinzessin gewonnen. Veranstalter Patrick Schmidt freut sich sehr über den Wahlausgang, denn: Die junge Frau sitzt im Rollstuhl.

2
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Rollstuhlfahrerin wird Landshuter Dultprinzessin

Melanie Zuhr aus der Nähe von Velden (Lkr. Landshut) hat die Wahl zur ersten Landshuter Dultprinzessin gewonnen. Veranstalter Patrick Schmidt freut sich sehr über den Wahlausgang, denn: Die junge Frau sitzt im Rollstuhl.

2
Per Mail sharen
Teilen

Melanie Zuhr aus der Nähe von Velden im Kreis Landshut hat mit 1.320 Stimmen die Wahl zur ersten Landshuter Dultprinzessin gewonnen. Die 21-Jährige war eine von 20 Kandidatinnen und konnte die Wahl auf der Webseite des Wahl-Veranstalters und Festzeltbetreibers Patrick Schmidt für sich entscheiden.

Schmidt steht seit dem Ausgang des Votings mit der jungen Frau in Kontakt, erzählte er dem Bayerischen Rundfunk. Er freue sich sehr über den Wahlausgang. Denn: Die junge Frau sitzt im Rollstuhl. Das habe ihn anfangs überrascht, weil auf ihrem Bewerbungsbild kein Rollstuhl zu sehen war. Ein Problem stelle aber Melanie Zuhrs körperliche Einschränkung nicht dar. Es gibt im Festzelt rollstuhlgerechte Boxen und auch auf der Bühne werde die 21-Jährige bei der Eröffnung dabei sein. "Das ist eine schöne Sache und damit hat wohl auch keiner gerechnet!", sagt Schmidt. Die Landshuter Frühjahrsdult beginnt am 1. Mai und dauert bis zum 12. Mai.

Betrugsverdacht: Likes schnellten nach oben

Vorausgegangen war dieser Wahl ein kleiner Betrugsskandal. Die Wahl zur Dultprinzessin sollte anfänglich nämlich auf Facebook ausgetragen werden, doch schon einen Tag nach der öffentlichen Wahl auf Facebook fiel Schmidt auf, dass die Zahl der Likes bei zwei Bewerberinnen rasant anstieg. Die Zahl schnellte von 600 nach nur fünf Minuten auf das Doppelte hoch, am zweiten Tag waren es schon 4.500 Likes. Schmidt ging der Sache nach und stellte fest, dass 1.000 Likes aus Russland, Indien und anderen Ländern kamen. Daraufhin schrieb Schmidt 100 dieser Accounts an, bekam aber nie Rückmeldung. Zudem wiesen die Accounts weder Profil noch Freundeslisten auf, heißt also: Es waren Fake-Accounts.

Voting musste neu gestartet werden

Der Verdacht liegt nahe, dass es sich um gekaufte Likes handelt. Die Bewerberinnen konnten dem aber nicht überführt werden - auch Dritte könnten dafür verantwortlich sein. "Wir haben deswegen das Voting bei Facebook beendet. Alle starteten wieder bei Null", sagt Schmidt. Stattdessen hat er die Wahl auf seine Webseite verlegt. Ein Programmierer habe das Programm geschrieben, es sei so sicher wie nur möglich. Zwei Kandidatinnen sind nach dem "Facebook-Skandal" ausgestiegen. Sie wollten nicht betrogen werden oder ihre bisherigen Stimmen verlieren.

Melanie weit vorne, ohne gekaufte Likes

Melanie Zuhr sei laut Schmidt bereits bei der Facebook-Wahl weit vorne gewesen - ganz ohne gekaufte Likes. Sie habe ihren großen Freundeskreis dazu genutzt, um Stimmen zu sammeln.

Schmidt will trotz des kleinen Skandals in diesem Jahr an der Idee festhalten und 2020 die zweite Dultprinzessin küren. Dann aber vielleicht doch mit einer Jury. Der Gewinn ist verlockend: Für die Dultprinzessin ist jeden Tag ein Tisch auf der Dult reserviert, inklusive kostenlosem Bier und Brotzeit für zehn Personen - dafür muss die Prinzessin aber auch an bestimmten Tagen im Zelt auf der Dult anwesend sein.