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Rohrbombe und Nacktbilder: Mann widerspricht Vorwürfen teilweise | BR24

© Pirmin Breninek/BR-Mainfranken

Er soll geplant haben, seine Ex-Freundin mit einer Rohrbombe zu töten, und vorab Nacktfotos von ihr und einer anderen Frau verbreitet haben. Wegen einer ganzen Liste an Anschuldigungen steht ein 44-Jähriger in Aschaffenburg vor Gericht.

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Rohrbombe und Nacktbilder: Mann widerspricht Vorwürfen teilweise

Er soll geplant haben, seine Ex-Freundin mit einer Rohrbombe zu töten, und vorab Nacktfotos von ihr und einer anderen Frau verbreitet haben. Wegen einer ganzen Liste an Anschuldigungen steht ein 44-Jähriger in Aschaffenburg vor Gericht.

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Zu Beginn des Prozesses bestritt der Mann den Vorwurf des Rohrbombenbaus. In anderen Punkten gestand er jedoch. Zum Beispiel gab der Angeklagte zu, 2018 tatsächlich Flyer-Aushänge mit Nacktfotos seiner Ex-Freundin angefertigt zu haben. Rund eine halbe Stunde brauchte die zuständige Staatsanwältin, um die Anklagepunkte zu verlesen. Sie warf dem Angeklagten gleich mehrere Vergehen vor, zu denen es in den vergangen Jahren gekommen sein soll.

Vorwurf: Ex-Freundin bedrängt und bloßgestellt

Der Mann, der nach eigener Aussage "im Boxgeschäft tätig war", soll im vergangenen Jahr eine Frau auf vielfältige Weise belästigt, bedrängt und öffentlich bloßgestellt haben. Im April 2018 soll er im Aschaffenburger Stadtgebiet Flyer angebracht haben, auf denen Nacktfotos und dienstliche Kontaktdaten seiner Exfreundin abgebildet waren. Außerdem hat er laut Anklage ohne ihr Einverständnis auf einer Pornoseite ein Profil mit Aufnahmen von ihr erstellt.

Vorwurf der Grabschändung

Zudem soll er auf einem Friedhof die Grabstätte des kürzlich verstorbenen Vaters der Frau zerstört haben. Laut Staatsanwaltschaft soll er unter anderem mit einem Vorschlaghammer auf das Grab eingeschlagen haben. Nach weiteren Vergehen, die alle darauf abzielten, der Frau und ihrer Familie einen geregelten Alltag schwer zu machen, fand die Polizei außerdem bei einer Hausdurchsuchung Gegenstände, die auf den Bau einer Rohrbombe hindeuten könnten. Einen geplanten Tötungsversuch oder gar die Absicht eine Bombe zu bauen, bestreitet der Angeklagte aber vehement. Der Vorwurf sei "an den Haaren herbeigezogen“.

Vorwurf: Säure-Attentat

In dem Verfahren geht es jedoch noch um weitere Vergehen. So soll er bereits eine andere, ehemalige Freundin öffentlich bloßgestellt haben. In diesem Fall hatte er offenbar ein Facebook-Profil erstellt, auf dem er Nacktaufnahmen der Frau veröffentlichte. Außerdem soll er vorgehabt haben, der Frau Säure ins Gesicht zu kippen. Die Verbreitung der Aufnahme gestand der Angeklagte am Morgen, ein Säure-Attentat sei laut seinem Anwalt jedoch nicht geplant gewesen.

Weitere Vorwürfe

Außerdem geht es in dem Verfahren um den unerlaubten Besitz von Dopingpräparaten, die ebenfalls bei einer Hausdurchsuchung gefunden wurden. Hinzu kommen weitere Anklagepunkte, die bereits im Vorfeld der mehrfachen Belästigungen stattgefunden haben sollen. So wird dem Mann von der Staatsanwaltschaft unter anderem vorgeworfen, zwei Einbrüche vorgetäuscht zu haben, um sich dadurch Versicherungsgelder zu ergaunern. Diese Vorwürfe wies sein Verteidiger zu Prozessbeginn zurück. Mit einem Urteil im Prozess ist erst an einem der folgenden Verhandlungstage zu rechnen.