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Trüffel darf man hierzulande nur mit Sondergenehmigung sammeln, denn sie sind streng geschützt. Die Delikatesse wächst aber auch in Plantagen. In Röttingen wurde jetzt Deutschlands erste Trüffel-Besichtigungsplantage vorgestellt.

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Röttingen hat die erste deutsche Trüffel-Besichtigungsplantage

Trüffel darf man hierzulande nur mit Sondergenehmigung sammeln, denn sie sind streng geschützt. Die Delikatesse wächst aber auch in Plantagen. In Röttingen wurde jetzt Deutschlands erste Trüffel-Besichtigungsplantage der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Röttingen im Landkreis Würzburg ist unter anderem für seinen Weinbau und seine Frankenfestspiele auf Burg Brattenstein bekannt. Jetzt hat das Städtchen im Taubertal eine weitere Besucherattraktion: Deutschlands erste Trüffel-Besichtigungsplantage. Eigentümer ist Tourismusfachmann Daniel Rudolf. Vor drei Jahren fing er an, einen ungenutzten Weinberg in der Lage Röttinger Feuerstein zu bepflanzen. Die Zeit des Corona-Lockdowns nutzte er, um seine Plantage mit einer Beschilderung und einer Panorama-Plattform auszustatten und für Gäste herzurichten. Das Ergebnis präsentierte er jetzt im Rahmen einer Verkostung der Öffentlichkeit.

Heimische Trüffel gibt es erst nach mehreren Jahren

Beim Ortstermin im umfunktionierten Weinberg wurden den geladenen Gästen heimische Weine zu diversen Trüffel-Häppchen serviert. Die dafür verwendeten Trüffel stammten allerdings noch nicht aus Röttingen. Dafür ist die Plantage noch zu jung. Daniel Rudolf rechnet damit, dass sie erst nach acht bis zehn Jahren einen Ertrag abwerfen wird. Vorerst ist die Sache für ihn noch eher ein Hobby – allerdings eines, mit dem er den Tourismus in seinem Heimatort weiter voranbringen will. Die Kombination von Wein- und Trüffelverkostungen in einer Besichtigungsplantage, meint er, sei bisher noch ein Alleinstellungsmerkmal.

Idee aus Frankreich – umgesetzt in Franken

Die Idee zum Trüffelanbau kam Daniel Rudolf in Frankreich, wo er eine Zeit lang lebte. Dort werden Trüffel schon seit Jahrzehnten kultiviert, und der Röttinger holte sich unter anderem beim führenden Trüffelexperten Gérard Chevalier und bei Bernard Vonflie vom Elsässischen Trüffelverband Anregungen. Auch Agrarbiologe Josef Valentin Herrmann von der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim stand ihm beratend zur Seite. Alle drei waren bei der Präsentation in der Plantage anwesend.

Verschiedene Baumarten für verschiedene Trüffel

Als Pilz muss der Trüffel, damit er wachsen kann, eine Symbiose mit einem Wirtsbaum eingehen. Dessen Wurzeln werden dafür mit Trüffelsporen beimpft, ehe das Bäumchen in die Erde gesetzt wird. Verschiedene Trüffelarten bevorzugen verschiedene Wirtsbäume, und Daniel Rudolf hat eine Vielfalt davon in seinem zuvor ungenutzten alten Weinberg angepflanzt – unter anderem Eichen, Buchen und Haselnuss. Voraussetzung für den Erfolg sind auch das richtige Klima und die Bodenbeschaffenheit, und hier sind die sonnenbeschienenen, kalkhaltigen Hänge im Taubertal offenbar gut geeignet.

Geplante Anschaffung: ein Trüffel-Suchhund

Um seine Trüffel später auch zu finden, will sich Daniel Rudolf irgendwann einen Hund anschaffen – vielleicht in den nächsten zwei Jahren, sagt er. Das Tier soll ja noch kein Senior sein, wenn die Plantage endlich Trüffel abwirft. Auch Schweine haben bekanntlich eine gute Spürnase für die unterirdischen Pilze. Sie sollen allerdings auch dazu neigen, viele davon selbst zu futtern. Der bepflanzte Weinberg – mit herrlichem Blick auf das Taubertal – liegt direkt an einem Wanderweg und ist offen zugänglich. Für größere Gruppen können auch Führungen und Verkostungen organisiert werden.

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