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Römischer Grenzwall fasziniert bis heute | BR24

© BR-Studio Franken/Corinna Mielke

Eine Nachbildung des Kastell Biriciana in Weißenburg

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    Römischer Grenzwall fasziniert bis heute

    Er ist mit seinen 550 Kilometern als das längste Bodendenkmal Europas: der Limes aus römischer Zeit zur Abwehr der Germanen. In Ingolstadt treffen sich Wissenschaftler aus fünf Kontinenten zum weltweit größten Limes-Kongress.

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    Der Historiker Joachim Fernau hat den Limes in seinen Büchern als den "ersten eisernen Vorhang" bezeichnet. Lange Zeit war dies auch die gängige Einschätzung zum Limes, der als Schutzwall gegen die wilden Germanenvölker im Nordosten gedacht war. Heute wird die These vielfach in Frage gestellt. Vielen Wissenschaftlern gilt der Limes mittlerweile als "langgestreckter Handelskontor" als Drehscheibe zwischen den Kulturen.

    Steinerne Zeugen, 1.900 Jahre alt

    Zweifelsfrei ist diese römische Hinterlassenschaft mit 550 Kilometern das längste Bodendenkmal Europas: Allein der obergermanische-rätische Limes reicht von Rheinbrohl im Landkreis Neuwied im nördlichen Rheinland-Pfalz bis zum Kastell Eining bei Kelheim in Niederbayern.

    Und nach wie vor beschäftigt der bis zu 1.900 Jahre alte Limes die Menschen. Vor allem in Ingolstadt: Von 12. bis 23. September treffen sich 350 Wissenschaftler aus fünf Kontinenten zum weltweit größten Limes-Kongress. Knapp zwei Wochen lang wollen sie ihre Forschungsergebnisse austauschen über die Bedeutung, die Struktur und die Entwicklung des Limes.

    Sonderausstellung in Ingolstadt

    Bei der Suche nach neuen Antworten helfen den Wissenschaftlern neue Techniken, mit denen aus der Luft großflächige Bilder gemacht werden. Entdeckt wurden auf diese Weise zum Beispiel Steinbrüche, aus denen die Römer das Material für dem Limesbau förderten. Die Bilder zeigen auch, wie die Römer bei ihrer Arbeit vorgingen.

    Wenn die Wissenschaftler nicht gerade auf Exkursion sind in Pfünz, in Regensburg, dem in Grundmauern erhaltenen Kastell Eining oder im Römerpark Ruffenhofen tagen sie in der Technischen Hochschule Ingolstadt. Für das breite Publikum begleitet das Stadtmuseum Ingolstadt den Kongress mit einer Sonderausstellung zum Limes.