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Auf den Spuren der Römer: Galeere "Regina" fährt wieder | BR24

© BR / Anne-Lena Schug

Seit Samstag liegt die "Regina" an ihrer Anlegestelle in Mariaort, im Westen Regensburgs.

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    Auf den Spuren der Römer: Galeere "Regina" fährt wieder

    Dozenten und Studierende der Uni Regensburg haben am Wochenende den Nachbau eines antiken Schiffes zu Wasser gelassen. Ab Mai starten die Touren auf der Naab. Die Fahrten sind vor allem für Betriebsausflüge und bei Schulklassen beliebt.

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    "Jetzt geht die Saison wieder los!", sagt Heinrich Konen von der Universität Regensburg strahlend während der Kran das Römerschiff anhebt, um es in Mariaort bei Regensburg ins Wasser zu setzen. Über den Winter lagerte es in einer Halle. In wenigen Tagen sollen die Touren mit dem nachgebauten, antiken Flusskriegsschiff beginnen.

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    Die "Regina" wird zu ihrer Anlegestelle nach Mariaort gefahren. Über den Winter lagerte sie in einer Halle.

    Studenten bauten Schiff auf Basis von antiken Abbildungen

    Vor 16 Jahren hat Dozent Heinrich Konen vom Lehrstuhl für Alte Geschichte an der Universität Regensburg gemeinsam mit Studenten das römische Militärschiff nachgebaut. Die Vorlage lieferten antike Abbildungen und Ausgrabungsfunde. Für den Bau des Regensburger Römerschiffes im Mai 2003 wurden 16 Bäume im Hienheimer Forst bei Weltenburg gefällt. Innerhalb eines Jahres bauten Dozenten und Studenten gemeinsam mit Schiffsbauer Frank Jäcklein das schwimmfähige Exemplar.

    Am 1. August 2004 wurde die "Regina" das erste Mal zu Wasser gelassen. Seitdem ist sie jeden Sommer im Einsatz. Im Jahr 2006 reisten Studenten auf dem Schiff sogar 737 Kilometer weit bis nach Budapest.

    Über 20 Meter lang, rund fünf Tonnen schwer

    Das Römerschiff ist 21,4 Meter lang, 2,79 Meter breit und fast einen Meter hoch. Das Schiff wiegt rund fünf Tonnen. Für den Kranfahrer eine heikle Angelegenheit dieses lange und schwere Schiff über eine Böschung in die Naab zu heben.

    "Jetzt müssen wir schauen, dass unser Boot einigermaßen waagrecht ist. Nicht dass wir nachher eine Schieflage haben. Es ist ja auch Wasser drin. Das schiebt sich dann bei einer Schieflage zur Seite und dann könnte uns das Schiff aus den Schlaufen herausrutschen und Schaden anrichten. Das wollen wir natürlich nicht. Dann wäre die Arbeit von vielen Jahren umsonst getan. Bis jetzt haben wir schon 50 Mal verladen, aber es ist jedes Mal wieder richtig spannend." Heinrich Konen, Universität Regensburg, Lehrstuhl für Alte Geschichte

    Noch ist das Boot nicht dicht. Denn über den Winter stand es in der Halle. Und obwohl ein wenig Wasser im Holzboot war, dampfte es dort aus. Es bildeten sich Risse.

    "Es wird so sein, dass wir erst ein paar Kubikmeter Wasser aufnehmen werden. Das muss dann später abgepumpt werden. Und dann hoffen wir, dass das alles dicht geworden ist, indem das alles aufquillt und durch die Quellung schließen sich alle Ritzen und Poren und dann ist es einsatzfähig."
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    Mit einem Kran wird das Römerschiff in die Naab gesetzt.

    Schon 180 Ausfahrten gebucht

    Jeden Sommer kann das Römerschiff von Schulklassen und anderen interessierten Gruppen für Fahrten bei der Universität Regensburg gemietet werden. Mindestens 15 Ruderer braucht es, Platz wäre für 30. Als Legionäre verkleidete Studenten geben bei den Fahrten Einblicke in die römische Militärschifffahrt. Bereits jetzt sind 180 Fahrten gebucht.

    "Naves Lusoriae": Kleine, schnelle Patrouillenboote zum Grenzschutz

    Die "Regina" ist ein Schiff des Typs "Navis Lusoria". Dieser wurden in der Spätantike zum Schutz der Donaugrenze eingesetzt. "Naves Lusoriae" sind kleine, schnelle Patrouillenboote, die schmal genug waren, um schnell durch Engstellen zu manövrieren. Außerdem hatten sie einen geringen Tiefgang, was sich vor allem für den Verkehr auf seichten Flüssen eignete.