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Röhrend schön: Deutscher Meister im Hirschrufen aus Unterfranken | BR24

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Die jährlich ausgetragene Meisterschaft im Hirschrufen ist ein Publikumsmagnet. Eine Disziplin, die Jäger und Förster beherrschen müssen, wenn sie Rotwild anlocken wollen. Und Fabian Metzling aus Nüdlingen kann das am besten, wie er beweist

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Röhrend schön: Deutscher Meister im Hirschrufen aus Unterfranken

Fabian Menzel aus Nüdlingen in Unterfranken ist neuer deutscher Meister im Hirschrufen. Eine Disziplin, die Jäger und Förster beherrschen müssen, wollen sie Rotwild anlocken. Und der Nüdlinger hat die Jury überzeugt.

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Wie Fabian Menzel in den Wald ruft, so schallt es auch heraus. Zumindest in der Brunftzeit. Dann schafft es Menzel, allein aufgrund seines Stimmapparats einen Rothirsch von seinen Kälbern wegzulocken. Dazu röhrt er mit ganzer Kraft in ein längliches Rohr aus Holz oder Plastik.

Wenn Menzel Hirsche ruft, dann sieht das ein bisschen so aus, als puste er mit aller Kraft in ein Fernrohr. Als müsste er die Linse des Fernrohrs vom Staub befreien. Heraus kommt aber ein schallendes "Rööööööh". Was Menzels Röhren auslöst, hängt immer vom Befinden des hörenden Hirsches ab.

Auf den Zeitpunkt kommt es an

Heute dreht sich der Rothirsch weg. Menzel lacht und sagt: "Aber die Frauen schauen hin." Menzel weiß, dass auch der beste Ruf nichts nützt, wenn man zur falschen Zeit am falschen Ort ist. "Das ist ein Ruf, der für die Brunftzeit gedacht ist", sagt er. Da sind sowohl Hirschmann, als auch die Damen im Wildpark Klaushof im Landkreis Bad Kissingen schon davonlaufen.

Menzel ist Deutscher Meister im Hirschrufen 2020

Dabei ist der Unterfranke der Beste seines Fachs. Seit Januar 2020 ist der 40-jährige Deutscher Meister im Hirschrufen. Er hat einige Ruftöne auf Lager. Über die drei Kategorien "Stimme eines alten, suchenden Hirschs", "Stimme des Platzhirschs beim Kahlwildrudel" und "Rufduell zweier gleich starker Hirsche auf dem Höhepunkt der Brunft" setzte er sich gegen die Konkurrenz durch.

Hirschrufen wichtiges Mittel für Jäger in der Brunftzeit

Das Hirschrufen ist eine uralte Kunst. Sie wird von Jägern eingesetzt, um näher an das Wild heranrücken zu können. Die Rohre fungieren dabei als eine Art Verlängerung der Luftröhre. So können Jäger die Rufe der Hirsche imitieren. Wie gut das klappt, ist jahrelanges Training.

Viermal hat er schon bei den Meisterschaften teilgenommen. Viel wichtiger sei für ihn aber die Jagd: "Da ist man tatsächlich vor Ort. Das ist viel reizvoller." Im Winter ist es dem Rotwild nämlich recht wurscht, wer da was in den Wald ruft. Im Herbst dagegen, da wird wieder geröhrt, was das Zeug hält. Dann sind wieder die Rufe des Rothirschs im Wald zu hören, oder die des Deutschen Meisters Fabian Menzel.