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Dr. Claudia Santos-Hövener Forschungsleiterin der RKI-Studie "Corona Monitoring lokal"

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Corona-Studie: Niedrige Dunkelziffer in Bad Feilnbach

In der oberbayerischen Gemeinde Bad Feilnbach waren 2,6 Mal mehr Einwohner mit dem Coronavirus infiziert, als bisher bekannt. Die Dunkelziffer liegt damit allerdings niedriger als erwartet. Das ergab eine Studie des Robert Koch-Instituts.

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Von
  • Julia Binder
  • BR24 Redaktion
  • Veronika Laggerbauer

Insgesamt hatten sechs Prozent der Einwohner der oberbayerischen Gemeinde Bad Feilnbach Antikörper gegen das Coronavirus im Blut. Das gab Dr. Claudia Santos-Hövener, die Leiterin der Studie "Corona Monitoring lokal" des Robert Koch-Instituts (RKI) bekannt.

Jüngere häufiger mit Coronavirus infiziert

Das Verhältnis zwischen Männern und Frauen bei den Infizierten war demnach in etwa gleich. Am häufigsten angesteckt hatten sich die 18- bis 34-Jährigen.

Nach und nach wollen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen weitere Ergebnisse auswerten und präsentieren. Beispielsweise auch, ob gewisse Veranstaltungen zu den hohen Fallzahlen in Bad Feilnbach geführt hatten, ob bestimmte Berufe besonders gefährdet sind etc.

Die Ergebnisse der Studie seien vorerst nur für Bad Feilnbach selbst aussagekräftig, betonte die Studienleiterin. Doch zwei Erkenntnisse haben durchaus weitreichendere Aussagekraft: Da 85,5 Prozent der Infizierten auch wirklich mindestens ein Krankheitssymptom wie Fieber, Husten, Schnupfen, Geruchs- oder Geschmacksstörungen hatten, sei es sinnvoll, symptombezogen zu testen, so Claudia Santos-Hövener.

40 Prozent haben keine Antikörper

Die Erkenntnis, dass fast 40 Prozent der positiv Getesteten keine Antikörper hatten, sei ebenfalls ein entscheidender Hinweis für weitere Forschungen. Dass die positiv Getesteten keine Antikörper mehr hätten, heißt aber laut RKI nicht, dass sie nicht mehr immun sind. Denn neben Antikörpern seien auch sogenannte T-Zellen für die Immunität verantwortlich.

In Bad Feilnbach im Landkreis Rosenheim waren im Juni und Juli insgesamt 2.153 Personen untersucht worden. Der Ort war im Frühling ein sogenannter Corona-Hotspot. Rund 160 Menschen waren damals offiziell infiziert, bei gerade mal 8.500 Einwohnern. Das RKI ging zunächst davon aus, dass die Dunkelziffer fünf Mal höher sein könnte als die gemeldete Infektionszahl. Die Studie ergab nun, dass die Dunkelziffer mit 2,6 Mal deutlich niedriger lag.

Studie wird in vier deutschen Gemeinden durchgeführt

Die Studie "Corona-Monitoring lokal" läuft deutschlandweit in vier Gemeinden, die besonders vom Coronavirus betroffen waren. Bad Feilnbach ist - nach Kupferzell in Baden-Württemberg - die zweite Gemeinde, in der die Wissenschaftlerinnen und Forscher vor Ort sind.

In Kupferzell zum Beispiel lag die Dunkelziffer der Corona-Infektionen höher als erwartet, nämlich fast vier Mal so hoch.

Am 8. September soll es mit Tests im niederbayerischen Straubing weitergehen. Der vierte Ort steht noch nicht fest. Insgesamt sollen die Daten von 8.000 Menschen erhoben werden.

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Im Frühling war Bad Feilnbach im Landkreis Rosenheim ein Corona-Hotspot. Deswegen hat das Robert-Koch-Institut genau dort seine Studie "Corona-Monitoring lokal" durchgeführt. Die Ergebnisse wurden heute mit Spannung erwartet.

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