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Bayern

Rinder lebten in Kot und Urin: Landwirt will wieder Tiere halten | BR24

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Rind in Kot und Schlamm

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    Rinder lebten in Kot und Urin: Landwirt will wieder Tiere halten

    Halbverhungerte Rinder knietief in Schlamm und Kot, mehrere tote Kühe im Stall und im Außenbereich - wegen dieser Vorwürfe wurde einem Landwirt Ende des Jahres verboten, Tiere zu halten. Nun hat er dagegen erfolglos geklagt.

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    Im Januar 2019 hatte das Landratsamt Günzburg ein Tierhalteverbot erlassen. Der Grund: Auf dem Hof des Bauern waren von Veterinärmedizinern massive Verstöße gegen das Tierschutzgesetz festgestellt worden.

    So sollen unter anderem halbverhungerte Rinder knietief im Schlamm und Kot gestanden, mehrere tote Kühe im Stall und Außenbereich gelegen haben.

    Landwirt musste Tierbestand auflösen

    Das Landratsamt hatte den Mann zudem angewiesen, bis März 2019 seinen Bestand an 100 Tieren aufzulösen. Etwas mehr als 30 Tiere hatte er daraufhin verkaufen können, die anderen zum Schlachter bringen müssen.

    Gegen das Tierhalteverbot war der Landwirt vor das Verwaltungsgericht Augsburg gezogen. Die beiden Verteidiger des Bauern wiesen darauf hin, dass es bis Ende 2018 keine dokumentierten Verstöße und Beanstandungen der Tierhaltung gegeben hatte.

    Beschuldigter darf Tiere transportieren

    Das Augsburger Verwaltungsgericht entschied jedoch, dass das Tierhalteverbot für weitere zwölf Monate lang bestehen bleibt. In einem Jahr könne der Landwirt einen Antrag beim Landratsamt Günzburg stellen, das Tierhalteverbot aufzuheben.

    Bis dahin muss er für tiergerechte Verhältnisse auf seinem Hof sorgen, so das Augsburger Verwaltungsgericht. Der Richter erlaubte es dem Thannhauser Landwirt aber, als nicht selbstständiger Fahrer von Tiertransporten zu arbeiten.

    PETA begrüßt Entscheidung

    Die Tierschutzorganisation PETA begrüßte in einer Mitteilung die Gerichtsentscheidung. Die Tierschützer forderten aber vom Landratsamt Günzburg, dem Landwirt auch weiterhin die Tierhaltung zu untersagen: "Die extreme Unbelehrbarkeit und Charakterlosigkeit dieses Tierhalters ist für die Branche der Tierhalter in der Landwirtschaft repräsentativ", so ein Sprecher.

    Zuletzt hatte ein Tier-Skandal im Allgäu für Aufsehen gesorgt. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie Kühe getreten, geschlagen oder durch den Stall geschleift werden. Außerdem habe es für die Tiere zu wenig Wasser und Futter gegeben.