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Die Schwabacher AWO hat für ihre Senioren das "Recht auf Wind im Haar" erklärt und sich eine Rikscha angeschafft. Ein Ausflug an der frischen Luft mit Rikscha soll in der derzeitigen Situation etwas Abwechslung in den Alltag bringen.

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Rikscha statt Rollator: Abwechslung für Schwabacher Heimbewohner

Für frischen Wind sorgt im Schwabacher Hermann-Vogel-Pflegezentrum nun ein außergewöhnliches Gefährt. Für ein paar Stunden dürfen die Senioren ihren Rollstuhl und Rollator gegen eine Rikscha tauschen und einen Ausflug der besonderen Art erleben.

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Von
  • Olga Henich

Für Manfred Scholz gibt es wieder allen Grund zur Freude. Einmal die Woche darf der 90-Jährige vom Rollstuhl auf eine flotte E-Bike-Rikscha umsteigen und zumindest für kurze Zeit dem Heimalltag entfliehen, frische Luft schnappen und Neues erleben. Mit an seiner Seite: der ehrenamtliche Fahrer Helmut Krauße. Mit seinen bald 80 Jahren tritt der Rentner energisch in die Pedale und kutschiert seine Fahrgäste mit Begeisterung in die Natur.

Tapetenwechsel und gute Laune für Senioren

Die Initiatorin und Ideengeberin, Heike Hecht, vom Hermann-Vogel-Pflegezentrum wollte den Heimbewohnern durch die Rikscha ein Stückchen Freiheit schenken: "Spaziergänge sind für die älteren Herrschaften oft sehr mühsam und nur in der näheren Umgebung möglich. Das Recht auf Wind im Haar gibt ihnen etwas Unabhängigkeit zurück." Senioren dürfen dabei selbst bestimmen, wohin sie fahren möchten. "Viele sind gerne in der Natur, manche wollen an ihrem alten Haus vorbeifahren oder ihre Verwandten am Friedhof besuchen", sagt Heike Hecht.

Schnelltests für zusätzliche Sicherheit

Angeschafft wurde die Rikscha noch vor Corona. Heute sind die Ausflüge an der frischen Luft dank Corona-Schnelltests und Impfungen wieder möglich. Geimpft sind mittlerweile auch fast alle 46 Bewohner des Schwabacher Heims. Da nicht alle mehr stabil sitzen können, kommen jedoch nur einzelne in den Genuss der Rikscha-Fahrt.

Rikscha-Fahrten durch Spenden und Ehrenamtliche möglich

Möglich sind die heiß begehrten Ausflüge dank einer Spende der Schwabacher Bürgerstiftung und ehrenamtlicher Helfer wie Helmut Krauße. Der Rentner widmet seine Freizeit am liebsten dem Ehrenamt. Vor der Pandemie hat er den Heimbewohnern regelmäßig aus der Zeitung vorgelesen, Lichtbildvorträge gehalten oder von seinen Reisen erzählt. "Da all diese Aktivitäten momentan wegbrechen, sind die Rikscha-Fahrten das größte Highlight für die Senioren. Das verleiht Lust am Leben, auch wenn man in einem Pflegeheim wohnt", so Krauße.

E-Bike-Rikscha für mehr Lust am Leben

Während sich Manfred Scholz mit neuen Eindrücken in seinen Rollstuhl setzt und zum verdienten Mittagessen rollt, steht seine Nachfolgerin, Elisabeth Probst, schon in den Startlöchern. Schick gekleidet und frisiert, freut sich auch die 91-Jährige auf ihre Spritztour. "Draußen ist es halt immer schöner als nur im Zimmer", sagt Elisabeth Probst und fährt davon.

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