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Riesige Starenschwärme über Garten in Höchstädt | BR24

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Bildrechte: BR / Judith Zacher

Sie kommen wenn es dämmert. Wie aus dem Nichts: Hunderte von Staren, die über einem Garten in Höchstädt kreisen, um sich dann im Gebüsch für die Nacht niederzulassen. Ein Naturspektakel, das in unseren Breitengraden nicht alltäglich ist.

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Riesige Starenschwärme über Garten in Höchstädt

Sie kommen wenn es dämmert. Wie aus dem Nichts: Hunderte von Staren, die über einem Garten in Höchstädt kreisen, um sich dann im Gebüsch für die Nacht niederzulassen. Ein Naturspektakel, das in unseren Breitengraden nicht alltäglich ist.

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Von
  • Judith Zacher

Man hört sie, bevor man sie sieht. Es rauscht, am Himmel, dann tauchen sie auf, hunderte von Staren. Mehrere Schwärme, von allen Seiten. Immer wieder bilden sie neue Formationen. Eine gute halbe Stunde ziehen sie ihre Kreise. Dann lassen sie sich im Bambusgebüsch am Rand des Gartens in Höchstädt im Landkreis Dillingen nieder.

Stare bevölkern Garten in Höchstädt

Es knistert im Gebüsch, die Vögel zwitschern, die Bambusstängel bewegen sich unablässlich. Inzwischen ist es aber schon so dunkel, dass man die Vögel nur noch erahnen kann: Wegen der Geräusche und wegen der Hinterlassenschaften, die unablässig von oben kommen. Die sieht man auch tagsüber im Garten, wenn die Vögel nicht da sind. Die Bambuspflanzen sind inzwischen bald mehr weiß als grün, die Gartenbank derzeit nicht benutzbar, die grauen Pflastersteine am Weg weiß gepunktet.

Vogelexperte: Für unsere Breitengrade eine besondere Beobachtung

Dass Stare hier, zu dieser Jahreszeit und in diesen Mengen auftauchen, ist durchaus etwas Besonderes, sagt Markus Erlwein vom Landesbund für Vogelschutz: "Normalerweise kennen wir Starenschwärme in der Größe und noch viel größer aus dem Herbst. Da sammeln die sich, wenn sie dann in den Süden ziehen, in ihre Winterquartier. Jetzt im Frühling bei der Rückkehr der Stare ist das sicher eine besondere Beobachtung, auch von der Größe her", sagt der Experte. Eigentlich würden sich die Vögel eher in Schilfgebieten an Seen niederlassen. Dass sie ihr Nachtquartier in einem Garten am Ortsrand suchten, sei außergewöhnlich. Jeder, der das beobachtet habe, der sei zu beglückwünschen.

Flug in Schwärmen dient Schutz

Dass die Vögel in so großen Schwärmen ziehen, dient ihrem eigenen Schutz: So werden sie weniger leicht angegriffen. Außerdem orientieren sie sich aneinander. Bald werden sie allerdings losziehen, um sich einen Brutplatz zu suchen. Dann sind sie so schnell wieder weg aus dem Höchstädter Garten wie sie gekommen sind. Erst im Herbst sammeln sie sich dann wieder, für ihre Reise ins Winterquartier, in den Süden.

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