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Bildrechte: picture alliance/dpa | Matthias Balk

Die Corona-Impfungen stagnieren in Deutschland seit einiger Zeit. Seit heute soll eine bundesweite Aktionswoche mit Impfungen in Supermärkten, Bibliotheken und bei Sportveranstaltungen wieder neuen Schwung bringen.

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Riesenrad bis Auto-Verlosung: Motivationsspritzen fürs Impfen

Die Zahl der Corona-Impfungen geht seit Wochen zurück. Die Bundesregierung will mit der Kampagne #HierWirdGeimpft gegensteuern und die Impfbereitschaft erhöhen. Ein Regensburger Rettungsdienst verlost sogar einen Kleinwagen unter Erstimpflingen.

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Von
  • Ernst Weber
  • Marcus Filzek
  • Kathrin Unverdorben
  • Anna Klein
  • Elsbeth Bräuer

Seit Wochen klagen zahlreiche Politiker und Mediziner über die nachlassende Impfbereitschaft der Deutschen. Selbst die Kanzlerin appellierte in ihrer Videobotschaft am Wochenende, sich doch bitte impfen zu lassen. Das Coronavirus grassiert Experten zufolge derzeit vor allem unter Ungeimpften.

Um in der kalten Jahreszeit nicht wieder einschneidende Maßnahmen ergreifen zu müssen, hat die Bundesregierung nun diese Woche die Kampagne #HierWirdGeimpft gestartet. Auch in Bayern werden zahlreiche "niederschwellige" Impfaktionen angeboten, bei denen Impfwillige gratis und ohne Termin ein Vakzin erhalten.

Impfquote stagniert vielerorts

Bayernweit sind derzeit rund 60 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. In einigen anderen Bundesländern ist die Impfbereitschaft deutlich höher. Ein privater Rettungsdienst in Regensburg versucht daher, die Menschen aus der Region mit einem fabrikneuen japanischen Kleinwagen im Wert von 11.000 Euro zu motivieren. Den verlost der Rettungsdienst unter seinen Erstimpflingen.

In München etwa erwartet Impfwillige eine Gratisfahrt mit einem Riesenrad. Impf'n'Ride nennt sich das Ganze. Auch Angehörige des Impflings dürfen mitfahren. Beim heutigen Auftakt der Aktion im Werksviertel hat die Erstimpflinge auch noch Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) persönlich beglückwünscht. Er hofft damit, "den einen oder anderen, der vielleicht noch zögert, zu überzeugen".

Corona-Impfungen kommen zu den Menschen

Ein wichtiger Baustein der Impfstrategie in einem Flächenstaat wie Bayern sind mobile Impfteams. Die sind in den kommenden Tagen und Wochen vielerorts im Einsatz. Am Freitag zum Beispiel ist ein solches Team bis zehn Uhr abends am Cineplex-Kino in Vilsbiburg. Auch beliebt: Impfungen vor Einkaufszentren und Supermärkten, wie etwa in Wörth an der Isar. Dort kann man sich am kommenden Samstag von 9 bis 18 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Edeka-Markt an der Landshuter Straße impfen lassen. Im Landkreis Augsburg zum Beispiel befindet sich bis zum 30. September ein mobiles Impfteam auf dem Parkplatz von Ikea in Gersthofen.

"Auf Bestellung" fährt im Landkreis Unterallgäu ein Impfbus: Vereine und Betriebe können den Bus und das mobile Impfteam ordern, wenn innerhalb von vier bis sechs Stunden zwischen 80 und 100 Impfungen vorgenommen werden können. Auch Sportfans will die Impfkampagne erreichen. Ebenfalls am Samstag ist ein mobiles Impfteam zwischen 18 und 20 Uhr in Bad Neustadt an der Bürgermeister Goebels Halle, wenn die Handballer aus Neustadt gegen Gelnhausen spielen.

Besonders beliebt: der Impfstoff von Johnson & Johnson

Bei den Terminen werden in der Regel die Impfstoffe von Biontech sowie sowie von Johnson & Johnson angeboten. Letzterer ist beliebt, weil hier nur eine Impfdosis nötig ist, und der volle Impfschutz deshalb schon zwei Wochen nach der Behandlung erreicht ist. Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist ab 18 Jahren zugelassen, der von Biontech bereits ab zwölf.

"Pandemie der Ungeimpfen"

Die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) unterstützt die bundesweite Impfkampagne #HierWirdGeimpft ebenfalls. Derzeit würden sich die Intensivstationen wieder füllen, warnte sie in einer Pressemitteilung. Mehr als 90 Prozent der Covid-19-Intensivpatienten seien nicht geimpft – man erlebe eine "Pandemie der Ungeimpften", sagt BKG-Geschäftsführer Roland Engehausen. Sogenannte Impfdurchbrüche, also dass ein vollständig Geimpfter an Covid-19 erkrankt, gebe es dagegen fast nur bei sehr alten Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Zwar sei die Situation eine ganz andere als vor einem Jahr, der Impffortschritt habe die Krankenhäuser entlastet. Trotzdem müssten sich noch viel mehr Menschen impfen lassen, um das Gesundheitswesen auch in den kommenden Monaten nicht zu überlasten. Nur die Impfung macht die Pandemie laut Engehausen beherrschbar.

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