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Geöffnete Grundschule in der Corona-Pandemie

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    Rienecker Bürgermeister fordert neues Konzept für Schulöffnungen

    Die Kommunen selbst sollen über die Öffnung von Schulen in der Corona-Pandemie entscheiden: Das fordert der Rienecker Bürgermeister in einem Brief an Ministerpräsident Markus Söder. Schließlich würden die Kommunen die Lage vor Ort am besten kennen.

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    Von
    • Sylvia Schubart-Arand
    • BR24 Redaktion

    "Geben Sie die Kompetenz für die Öffnung von Einrichtungen für unsere Kinder an die Entscheider in den Kommunen. Wir kennen unsere Situation am besten und können je nach Lage optimal handeln." Mit dieser Forderung und einem dreiseitigen Brief hat sich Sven Nickel, der Bürgermeister von Rieneck im Landkreis Main-Spessart (Freie Bürger), an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gewandt. Er schlägt ein neues Konzept für die Öffnung von Schulen vor.

    Bürgermeister von Rieneck befürchtet Endlos-Lockdown

    Dass die Bundesregierung und auch der Freistaat Bayern der körperlichen Gesundheit höchste Priorität einräume, sei richtig und gut. Allerdings kritisiert Nickel, dass der seelischen und psychischen Gesundheit dieser Stellenwert nicht eingeräumt werde. Nickel sieht darin dramatische Auswirkungen auf die besonders schützenswerte Gruppe der Kinder und Jugendlichen. Der Bürgermeister fürchtet einen Endlos-Lockdown mit temporären Öffnungsphasen. Deshalb fordert er ein Umdenken, das in einer veränderten Strategie mündet.

    Ländlicher Raum: Genug Platz in Schulen

    Nickels Vorschlag: Die Vorteile des ländlichen Raums nutzen. So habe beispielsweise die Grundschule Rieneck mit 50 Kindern in drei Klassen genügend Platz im Schulkomplex für einen Präsenzunterricht. Rieneck liegt im Landkreis Main-Spessart, wo seit einer Woche die Schulen wieder geschlossen sind. Präsenzunterricht ist nur für die Abschlussklassen möglich, soweit der Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden kann. Andernfalls ist auch dort Wechselunterricht angesagt. An allen anderen Schularten und Jahrgangsstufen findet Distanzunterricht statt. Mit Selbsttest könne engmaschig die aktuelle Lage überprüft werden. Der Bürgermeister würde sich sofort trauen, die komplette Schule in der aktuellen Lage für den Präsenzunterricht zu öffnen.

    25.500 Schnelltests für Schulen und Kindertageseinrichtungen

    Bereits vergangene Woche hat das Landratsamt Main-Spessart den Schulen und Kindertageseinrichtungen im Landkreis rund 25.500 Schnelltests aus seinem Bestand kostenlos zur Verfügung gestellt. In Zusammenarbeit mit dem BRK-Kreisverband Main-Spessart wurden Schulungen für das Personal im Umgang mit den Schnelltests durchgeführt. Damit könnten Lehrkräfte und Kita-Personal ab sofort regelmäßig und ohne großen Aufwand getestet werden.

    Noch keine Antwort von Ministerpräsident Söder

    Seinem Schreiben an Ministerpräsident Markus Söder fügte Bürgermeister Sven Nickel auch einen handschriftlichen Brief seines achtjährigen Sohns Erik aus der zweiten Klasse bei. Darin bestätigt Erik, dass er "es schöner und leichter findet, in der Schule zu lernen". Nickel hat den Brief schon vor einer Woche an die Staatskanzlei geschickt, aber bislang keine Resonanz erhalten.

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