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Rieberger Horn

Der Landesbund für Vogelschutz protestiert dagegen, dass ein Schneiteich am Riedberger Horn entstehen soll. Laut dem LBV habe der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz vergangene Woche die Genehmigung für den sofortigen Bau des Wasserspreichers im Skigebiet Grasgehren gegeben.

Landesbund für Vogelschutz fühlt sich überrumpelt

Die Naturschützer sind empört: "Landrat Klotz hat uns noch am Donnerstag angeboten, mit uns über einen Kompromiss zu reden, und am gleichen Tag den Bescheid unterschrieben", sagte der LBV-Vorsitzende Norbert Schäffer dem BR.

Wertvolle Flächen am Riedberger Horn sollen zerstört werden

Naturschutzfachlich sei das geplante Becken nicht verantwortbar. Der Schneiteich werde in ein Jahrtausende altes Hochmoor gegraben, das für verschiedene Tierarten ein wichtiger Lebensraum sei, kritisieren die Naturschützer. Tausende Kubikmeter wertvoller Torf müssten für das Becken ausgebaggert werden.

LBV klagt gegen den Bau des Wasserspeichers im Skigebiet Grasgehren

Außerdem widerspricht die Genehmigung nach Ansicht des LBV dem erst kürzlich erzielten Kompromiss nach dem Streit um die Skischaukel am Riedberger Horn: "Der Ministerpräsident hat Balderschwang und Obermaiseltstein 20 Millionen für einen naturverträglichen Tourismus versprochen. Da ist es doch ein Schlag ins Gesicht des Ministerpräsidenten, dass ein Landrat dort einen betonierten Schneiteich genehmigt", so der LBV-Vorsitzende Schäffer.

Die Naturschützer haben inzwischen beim Verwaltungsgericht Augsburg Klage gegen den sofortigen Vollzug des Projekts eingereicht.