Richtfest für neues Funktionsgebäude am KKW Grafenrheinfeld

Bildrechte: Stefan Mirbeth, BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH
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Richtfest für neues Funktionsgebäude am KKW Grafenrheinfeld

Richtfest für neues Funktionsgebäude am KKW Grafenrheinfeld

Am abgeschalteten Kernkraftwerk Grafenrheinfeld entsteht ein Gebäude für die Verwaltung und den Betrieb der Zwischenlager für radioaktive Abfälle. Die Baukosten betragen etwa neun Millionen Euro. Nun war Richtfest.

Bis 2035 soll das Kernkraftwerk (KKW) in Grafenrheinfeld im Landkreis Schweinfurt komplett verschwunden sein. Doch die beiden Zwischenlager für radioaktive Abfälle werden noch länger betrieben. Deshalb fand auf dem Gelände jetzt das Richtfest für ein neues rund neun Millionen Euro teures Funktionsgebäude statt. In dem Gebäude sollen Mitarbeiter der bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) die beiden Zwischenlager verwalten und betreiben. Bislang arbeiten rund 20 Personen der BGZ vor Ort in einem provisorischen Gebäude. Nach Fertigstellung sollen in dem neuen Gebäude rund 70 Menschen arbeiten.

Radioaktive Abfälle werden am Standort Grafenrheinfeld gelagert

Die beiden Zwischenlager wurden vom Kraftwerksbetreiber PreussenElektra gebaut und anschließend von der BGZ übernommen. Schon in wenigen Monaten sollen diese beiden Lager eingezäunt und extra bewacht werden. Der Bau der Halle für schwach- und mittelradioaktive Abfälle hat rund 17 Millionen Euro gekostet. Laut PreussenElektra sieht die Lagergenehmigung vor, dass 20 Prozent des Einlagerungsvolumens maximal zehn Jahre für Abfälle aus anderen Kernkraftwerken der PreussenElektra genutzt werden darf. Bislang gibt es laut PreussenElektra jedoch keine Pläne, auch Müll von anderen KKW-Standorten hier einzulagern.

Atomkraftgegner protestierten gegen mögliche Zwischenlagerung auswärtigen Materials

Atomkraftgegner, Naturschutzverbände, Grünen-Politiker oder auch die Gemeinde Bergrheinfeld hatten bereits dagegen protestiert, in der Halle auch Müll von anderen KKW – speziell vom KKW Würgassen – einzulagern. Auch die CSU-Kreisverbände Schweinfurt Stadt und Land protestierten dagegen. Eine gesundheitliche Gefahr für die Bevölkerung besteht laut PreussenElektra nicht. Die Strahlung dürfe einen Wert von 10 Mikrosievert auf den Körper eines Menschen pro Jahr nicht übersteigen. Das entspreche einer Strahlung, die man bei einem Flug nach Mallorca, bei einer Röntgenaufnahme für Zähne, bei einer Mahlzeit von 150 Gramm Fisch oder bei zwei Tagen Aufenthalt in geschlossenen Räumen aufnehme.

Abschaltung nach 33 Betriebsjahren

Ende Juni 2015 war das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld nach 33 Betriebsjahren endgültig abgeschaltet worden. Für den gesamten Rückbau des KKW Grafenrheinfeld geht das Unternehmen von einem Zeitraum zwischen zehn und 15 Jahren aus. Das KKW Grafenrheinfeld soll bis 2035 komplett verschwunden sein.

Ab 2027 sollen die Abfälle in das für schwach- und mittelradioaktive Abfälle vorgesehene Endlager Schacht Konrad im niedersächsischen Salzgitter kommen. BGZ und PreussenElektra gehen davon aus, dass es rund 30 Jahre lang dauern wird, bis der letzte Container aus Grafenrheinfeld in den Schacht Konrad gebracht worden sein wird. Das Lager für hochradioaktive Abfälle mit 54 Castoren hat jedoch eine Betriebsgenehmigung bis 2046. Ein Endlager für hochradioaktive Abfälle gibt es bundesweit noch nicht.

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