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Richter suchen Lösung für Glockenstreit | BR24

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Bildrechte: pa/dpa/Armin Weigel

Glockenturm von Langquaid

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    Richter suchen Lösung für Glockenstreit

    Eine katholische Familie aus Langquaid (Lkr. Kelheim) wehrt sich vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gegen das häufige Gebetsläuten eines direkt vor ihrem Haus neu gebauten Glockenturms. Ein Richter schlug zum Auftakt eine gütliche Lösung vor.

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    Das Gericht sprach zum Prozessauftakt von einem "Nachbarschaftskonflikt unter Christen" und schlug eine Einigung der Parteien vor. Die evangelische Kirchgemeinde in Langquaid könnte etwas kürzer und nicht so früh läuten lassen. Der Senatsvorsitzende des Verwaltungsgerichtshofs, Rainer Schenk, mahnte die Kirchgemeinde:

    "Wer später dazukommt, dem kann man mehr Rücksichtnahme abverlangen als dem, der sich schon eingerichtet hat." Rainer Schenk, Verwaltungsgerichtshof

    Der Glockenturm wurde 2009 in einem Wohngebiet errichtet, nur 14 Meter vom Kinder- und Schlafzimmer einer schon länger dort lebenden Familie entfernt. Jeden Werktag um 7, 12 und 18 Uhr läuten die Glocken an der Grenze zu den gesetzlichen Lärm-Grenzwerten. Das Verwaltungsgericht Regensburg hatte die Klage der Familie abgewiesen.

    Die Familie akzeptiert das Läuten zu den Gottesdiensten. Sie beklagt aber, das Gebetsgeläut sei zu früh, zu lang und zu laut.

    Vorschlag zur Güte

    Der Richter regte an, nicht so früh und höchstens eine Minute zu läuten und an dem nur acht Meter hohen Glockenturm die Schallöffnung in Richtung des Hauses der Familie zu dämmen. Pfarrer Uwe Biedermann sagte, mit dem Verzicht auf das Geläut am Samstag früh habe er schon Zugeständnisse "entgegen unserer Glaubensüberzeugung gemacht". Er erbat aber Bedenkzeit.