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Rhöner Schlitten-Manufaktur: Kufen aus dem Wurstkessel | BR24

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Alexander Hergenhan in seiner Rhöner Schlittenbau-Werkstatt

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Rhöner Schlitten-Manufaktur: Kufen aus dem Wurstkessel

Alexander Hergenhan kocht jeden Samstag: Eschenholz! Das braucht er, um Schlittenkufen zu biegen, genau so wie es sein Uropa Josef Weber vor fast 100 Jahren schon gemacht hat. Das Schlittenbauen macht ihn nicht reich, aber zufrieden.

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Holzschlitten aus Handarbeit

Eine kleine Werkstatt am Ortsrand von Leubach, einem Gemeindeteil von Fladungen im Landkreis Rhön-Grabfeld: jeden Samstag kocht Alexander Hergenhan Eschenholzleisten. Nach einer halben Stunde biegt der 34-Jährige die Holzstücke vorsichtig. Daraus werden die Kufen für seine einzigartigen, handgefertigten Holzschlitten.

Ausgleich für Bürojob

150 Schlitten baut der gelernte Schreinermeister pro Jahr. Die meisten verkauft er über das Internet. Von seinen Schlitten kann Hergenhan nicht leben. Er hat einen Vollzeit-Bürojob als Planer in einer Firma für Holzfenster- und Fassadenbau. Der Schlittenbau ist für den 34-Jährigen ein Ausgleich.

Liebe zum Holz liegt in der Familie

Bereits vor gut 100 Jahren hat Hergenhans Urgroßvater Josef Weber Transportschlitten gebaut. Sein Großvater und Onkel waren Zimmerermeister. Als sein Onkel vor 8 Jahren die Weber-Schlittenwerkstatt aus Altersgründen schließen wollte, übernahm Alexander: "Bevor das Handwerk und die Tradition sterben, mache ich lieber weiter. Holz anzufassen, mit einem natürlichen Rohstoff zu arbeiten und einen Schlitten zu bauen... Das ist einfach nur schön!"