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Landshut wagt sich an Richard Wagner | BR24

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Richard Wagners "Ring des Nibelungen" ist ein Kraftakt - egal wo er gespielt wird, ob in New York, Bayreuth oder München. Nun wagt sich das Landestheater Niederbayern an das 14-Stunden-Stück ...

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Landshut wagt sich an Richard Wagner

Richard Wagners "Ring des Nibelungen" ist ein Kraftakt - egal wo er gespielt wird, in New York, Bayreuth, München. Nun wagt sich das Landestheater Niederbayern an das Stück, das insgesamt schlappe 14 Stunden dauert.

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Richard Wagner, genialer Komponist und Visionär - er gilt als Erneuerer der Oper und hat sich mit den "Ring des Nibelungen" unsterblich gemacht. Nun kommt das "Bühnenfestspiel" in ein Zelt in Landshut. Das Landestheater Niederbayern wagt sich an das Stück, das ganze 14 Stunden dauert. Warum in Niederbayern? Klar - wird doch der Ursprung des Nibelungenliedes im Raum Passau vermutet. Am Samstag feiert das "Rheingold" Premiere in Landshut.

Richard Wagner hätte das Zelt gefallen

Ob sich Richard Wagner gefreut hätte, dass sein Werk in einem Zelt aufgeführt wird? Ja, meint Regisseur Stefan Tilch: "Wagner war ja durchaus einer demokratischen Verbreitung seiner Werke interessiert und jeder Ort der die Heiligkeit des Werkes wahrt, wäre ihm recht gewesen."

Allein war das Projekt nicht zu stemmen

Das Zelt ist eine Interimsstation des Landestheaters Niederbayern. Dort hat man viel Platz, das große Musiktheaterprojekt zu stemmen. Aber alleine ist das nicht zu schaffen. Viele Gäste gesellen sich zu dem Ensemble in Landshut. Darunter auch Stephan Bootz, er ist eigentlich in Mainz engagiert. Er singt den Wotan. Auch ihn schreckt das Zelt nicht ab.

"Ich hab gedacht: ich muss dabei sein, ich fand's super - ich hab hier schon Tristan und Isolde gemacht und das hat wunderbar funktioniert." Stephan Bootz, singt den Wotan

Wagner Erfahrung ist in Landshut also durchaus vorhanden. Nur den "Ring" gab's noch nie. Die Rheintöchter sind eine Mischung aus bezaubernder Jeanny und hawaiianischen Hulagirls. Auch Feuergott Loge ist etwas hibbelig, singt aber wunderbar.

Aus Platzgründen sitzen die Musiker am Bühnenrand

Anders als in Bayreuth, wo das Orchester im mystischen Abgrund versteckt ist, sitzen die 70 Musiker in Landshut teilweise aus Platzgründen am Bühnenrand. Mit Begeisterung und Ehrfurcht seien sie an die Arbeit gegangen, sagt Dirigent Basil H. E. Coleman.

Riesige Bibliothek als Schauplatz

Regisseur Stefan Tilch lässt das Ganze in einer riesigen Bibliothek spielen, denn sämtliche Erzählungen sind irgendwann einmal aufgeschrieben worden. Den Mythos zu wahren, ist sein Anliegen. Und so hilft auch der Tarnhelm beim Verschwinden:

"Ich merk natürlich zunehmend diesen Nimbus: Der Ring und seine niederbayerische Erstaufführung. Und die Nibelungenstadt Passau bekommt den Ring des Nibelungen. Ich merke schon, dass die Erwartung von außen immens ist und ein gewisses besonderes Kribbeln kommt jetzt schön langsam dazu." Stefan Tilch, Regisseur

Bis 2022 gibt es jedes Jahr einen Teil des Rings. Das "Rheingold" geht zunächst weiter nach Straubing und Passau.