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Medikamente wie Alprazolam werden zur Behandlung von Angst- und Panikstörungen eingesetzt - die Abhängigkeitsgefahr ist hoch.
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Marcel Kehrer
Sarah Beham
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Medikamente wie Alprazolam werden zur Behandlung von Angst- und Panikstörungen eingesetzt - die Abhängigkeitsgefahr ist hoch.

Vor dem Landgericht Landshut hat ein Arzt gestanden, Patientinnen Rezepte gegen Sex ausgestellt zu haben. Mit seinem Geständnis wollte er den mutmaßlichen Opfern eine Aussage ersparen. Er habe "Zuneigung, Liebe und Anerkennung bei den Frauen gesucht“, sagte der 59-jährige Facharzt aus dem Landkreis Rottal-Inn am ersten Prozesstag zu seinem Motiv.

Ihm werden mindestens zehn Fälle von sexuellem Missbrauch vorgeworfen, teils in Tateinheit mit Vergewaltigung oder vorsätzlicher unerlaubter Abgabe von Betäubungsmitteln.

Patientinnen waren medikamentenabhängig

Die meisten der Patientinnen waren laut einem Gerichtssprecher medikamentenabhängig. Einer Patientin soll der Arzt mehrfach ein angstlösendes Medikament verschrieben haben, das schnell abhängig macht, und sie damit erpresst haben. Bei einer anderen Patientin wurden die Medikamente nicht verschrieben, der angeklagte Arzt habe sie ihr trotzdem gegeben, als er bei ihr zu Hause war. "Die Patientin hat aus dem Notkoffer des Arztes fünf Ampullen vor seinen Augen eingenommen, ohne dass er eingeschritten ist", so der Gerichtssprecher.

Seit Ende Mai sitzt der Arzt in Haft. Ihm drohe jetzt das Berufsverbot, wie der Sprecher sagte. Ein Urteil steht aber noch aus, der nächste Gerichtstermin ist für nächste Woche angesetzt.