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Rettungsschiff "Alan Kurdi" läuft nach Quarantäne in Palermo ein | BR24

© Sea-Eye

Die Odyssee der "Alan Kurdi" endete am Montagmorgen im Hafen von Palermo.

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    Rettungsschiff "Alan Kurdi" läuft nach Quarantäne in Palermo ein

    Die bisher aufwendigste Mission der Regensburger Seenotrettung "Sea-Eye" endete am Montagmorgen im Hafen von Palermo. Rund 180 Migranten durften nach zwei Wochen Corona-Quarantäne an Land. Wie es mit den Menschen weitergeht, ist noch immer unklar.

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    Die Odyssee der "Alan Kurdi" endete am Montagmorgen im Hafen von Palermo. Für die Crew wurde zuvor eine 14-tägige Quarantäne angeordnet, die in der Bucht von Palermo absolviert werden musste. Insgesamt verbrachten die 17 Crewmitglieder 36 Tage auf See.

    Crew wird auf Covid-19 getestet

    Bei der Ankunft im Hafen von Palermo wurde die Crew einem Covid-19-Test unterzogen. Die Mannschaft darf das Schiff weiterhin nicht verlassen, bis die Testergebnisse vorliegen. Anschließend wird die Crew das Schiff komplett reinigen.

    Bisher aufwendigste Mission der Regensburger Seenotrettung

    Insgesamt dauerte der Einsatz acht Wochen. Es handelt sich um den aufwendigsten Einsatz, den die Regensburger Seenotretter und Seenotretterinnen bisher durchführten. "Noch nie hatte die "Alan Kurdi" so lange so viele Menschen an Bord. Keine Crew musste mehr Menschen versorgen und nie mussten wir so viele Ressourcen für eine Mission einsetzen. Das sind traurige Rekorde", sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye e. V.

    Quarantäneschiff "Raffaele Rubattino" legt ebenfalls in Palermo an

    Anlegen durften am Montagmorgen auch das spanische Rettungsschiff "Aita Mari" und die italienische Fähre "Raffaele Rubattino", auf der die geretteten Menschen beider Schiffe vom Italienischen Roten Kreuz versorgt wurden.

    Verteilung der geretteten Menschen weiter unklar

    Minderjährige und besonders Schutzbedürftige werden in Italien bleiben dürfen. Wie es mit den anderen geretteten Menschen der "Alan Kurdi" weitergeht, ist noch immer nicht geklärt. Bundesinnenminister Horst Seehofer teilte am Sonntag mit, dass sich bisher nur Deutschland zur Aufnahme bereit erklärt habe. "Schwer vorstellbar, dass europäische Innenminister über 150 Einzelschicksale diskutieren und verhandeln müssen. Erst forderte uns das BMI auf, die Rettungen einzustellen, jetzt muss für 150 Menschen erst wieder auf europäischer Ebene verhandelt werden. In Deutschland gibt es 150 aufnahmebereite Städte, die ihre Hilfe anbieten. Die einfache Frage der Verteilung von Geretteten wird erneut unnötig politisch hochgeschaukelt", sagt Julian Pahlke, Sprecher von Sea-Eye e. V.

    150 Flüchtlinge im Mittelmeer aufgenommen

    Die "Alan Kurdi" hatte am 6. April von zwei Holzbooten 148 Männer und zwei Frauen aufgenommen. Wie aus einem Protokoll der Rettungsaktion hervorgeht, stammen die meisten von ihnen aus Marokko und Bangladesch. Kinder waren nicht an Bord, allerdings mehrere Jugendliche.

    Nachdem vier männliche Migranten mit besonderen Problemen an Land geholt worden waren, brachten die italienischen Behörden die restlichen 146 Menschen am 17. April für die Quarantänezeit auf einer Fähre vor der Küste von Sizilien unter, versorgt vom Roten Kreuz. Die Crew blieb an Bord ihres Rettungsschiffes.

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