BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Rettungsschiff Alan Kurdi darf Sardinien ansteuern | BR24

© BR
Bildrechte: Sea Eye

Nach tagelanger Irrfahrt darf das deutsche Rettungsschiff "Alan Kurdi" mit 125 Flüchtlingen an Bord Sardinien ansteuern. Die Regensburger Seenotrettungsorganisation darf im Hafen von Arbatax anlegen.

3
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Rettungsschiff Alan Kurdi darf Sardinien ansteuern

Nach tagelanger Irrfahrt darf die "Alan Kurdi" mit 125 Flüchtlingen an Bord Sardinien ansteuern. Das Rettungsschiff der Regensburger Organisation "Sea Eye" darf im Hafen von Arbatax anlegen. Wo die geretteten Flüchtlinge hinkommen, ist noch unklar

3
Per Mail sharen
Von
  • Meike Föckersperger

Das deutsche Rettungsschiff "Alan Kurdi" mit 125 Flüchtlingen an Bord hat wegen erwarteter heftiger Unwetter im Mittelmeer Kurs auf Sardinien genommen. Im Hafen von Arbatax solle dem Schiff zunächst einmal Wetterschutz gewährt werden, so Gorden Isler von der Regensburger Seenotrettungsorganisation Sea-Eye zum BR.

Italienische Behörden gewähren Alan Kurdi zunächst "Wetterschutz"

Man habe am Mittwochabend einen Anruf von der Italienischen Rettungsleitstelle bekommen und eine italienische Lösung als sicheren Hafen zugesichert bekommen. Französische sowie Italienische Behörden hätten sich nach vier Tagen hin und her endlich geeinigt, so Isler. Ob Sardinien der sichere Hafen für die 125 Flüchtlinge werde, sei noch unklar. Das Rettungsschiff dürfe zum Wetterschutz erst einmal dort verweilen, alles weitere würden dann die italienischen Behörden übernehmen, so Isler zum BR.

Die "Alan Kurdi" werde erstmal im Hafen von Arbatax bleiben. "Wir machen sicher keine große Überfahrt. Die "Alan Kurdi" ist zur Seenotrettung nicht als Transportschiff gedacht“, betonte Isler. Falls die 125 Geretteten noch in einen anderen Hafen transportiert werden müssten, werde Sea Eye auf Hilfe von den Italienern bestehen.

Lage an Bord derzeit ruhig

Die Lage an Board sei sehr ruhig, es gebe ein paar Seekranke, ansonsten sei das Miteinander verständnisvoll. Dass es im Sozialgefüge keine Konflikte gebe, was den Seenotrettern die Arbeit auf See leichter mache, sagte Isler dem BR.

Die "Alan Kurdi" hatte am Samstag in drei Einsätzen vor der libyschen Küste 133 Menschen aus Seenot gerettet und dann zunächst vor der italienischen Insel Lampedusa vergeblich auf eine Erlaubnis zur Einfahrt in einen europäischen Hafen gewartet. Die italienische Küstenwache hatte schließlich am Dienstag zwei Frauen, einen Mann und fünf Kinder evakuiert, darunter ein fünf Monate altes Baby. Alle Bitten um eine Hafeneinfahrt waren laut Sea-Eye zunächst aber vergeblich gewesen, auch habe sich kein Land zur Koordinierung bereitgefunden, hieß es.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!