Der Rettungshubschrauber "Christoph 80".
Bildrechte: BR/Margit Ringer

Christoph 80 soll länger am Tag fliegen: Das ist das Ziel der DRF Luftrettung.

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Rettungshubschrauber in der Oberpfalz soll länger am Tag fliegen

Die Rettungswege werden länger und die Luftrettung gewinnt immer mehr an Bedeutung. Deswegen soll der Rettungshubschrauber "Christoph 80" in der nördlichen Oberpfalz länger fliegen dürfen und nicht nur bis zum Einbruch der Dunkelheit.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus der Oberpfalz am .

Der Rettungshubschrauber Christoph 80 in der nördlichen Oberpfalz soll länger am Tag fliegen. Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Oberpfalz-Nord will deshalb eine Ausweitung der Flugzeiten beantragen. Das gaben die Verantwortlichen am Dienstagmittag in der DRF-Luftrettungsstation in Latsch bekannt.

Hubschrauber soll auch nach Einbruch der Dunkelheit fliegen

Der Rettungshubschrauber soll vor allem in den Wintermonaten auch nach Einbruch der Dunkelheit Einsätze fliegen, die technischen und personellen Voraussetzungen wären bereits gegeben. Bislang ist der Hubschrauber täglich zwischen 7 Uhr am Morgen und dem Einbruch der Dunkelheit im Einsatz. In den Wintermonaten bedeutet das zum Teil nur bis 16:30 Uhr.

Zweckverbandsvorsitzender und Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling (CSU) zeigte sich froh über den Rettungsflieger, weil er die Region ein Stück sicherer mache. In Zukunft werde er aber noch wichtiger, weil die Rettungswege länger würden, so Ebeling. Das betonte auch Dr. Jürgen Altmeppen, der leitende Hubschrauberarzt der Station in Latsch bei Weiden. Im Zuge der sich verändernden Krankenhauslandschaft müssten künftig längere Wege in Spezialzentren überbrückt werden. Damit gewinne die Luftrettung weiter an Bedeutung.

13 Prozent mehr Einsätze, wenn Christoph 80 hätte fliegen dürfen

Eine Erweiterung der Flugzeiten sei "die preisgünstigste Erweiterung von Rettungsmitteln" in der nördlichen Oberpfalz, sagte der Vorstandsvorsitzende der DRF Luftrettung, Krystian Pracz. Denn "alles ist schon da". Personal sei geschult, die Maschine sei nachttauglich, so die Verantwortlichen.

Christoph 80 flog im Jahr 2022 gut 1300 Einsätze. Etwa 13 Prozent mehr wären an Anfragen in der Integrierten Leitstelle vorhanden gewesen, mussten aber abgewiesen werden, wegen der Dunkelheit oder auch des Wetters. Die Dunkelziffer sei aber noch viel höher, so Pracz, weil viele Anfragen aufgrund der Einsatzzeiten gar nicht in die Leitstelle kämen.

Der Antrag auf eine Ausweitung der Flugzeiten, zumindest bis 20 Uhr im Winter, soll sobald wie möglich gestellt werden. Dann entscheiden das Innenministerium und die Krankenkassen.

Drei Standorte, an denen rund um die Uhr geflogen werden darf

In Bayern gibt es drei Hubschrauber-Standorte, an denen die Rettungsflieger rund um die Uhr fliegen dürfen, nämlich Regensburg, Nürnberg und München. Alle anderen Rettungshubschrauber in Bayern fliegen nur tagsüber bis kurz nach Einbruch der Dunkelheit. Außerhalb der Einsatzzeiten des Hubschraubers werden die Notärzte mit Autos zu den Einsatzorten gebracht. Das dauert länger, außerdem sei es in der nördlichen Oberpfalz "dauerhaft schwierig", die bodengebundenen Notarztschichten zu besetzen, so der Leiter der Betriebsstätte Weiden der ILS Oberpfalz- Nord, Jürgen Meyer.

Christoph 80 ist stationiert in Latsch bei Weiden und fliegt Einsätze in der ganzen Oberpfalz, in erster Linie aber im Verbandsgebiet des Zweckverbandes Oberpfalz-Nord, also in Weiden und Amberg sowie in den Landkreisen Tirschenreuth, Neustadt/WN, Schwandorf und Amberg-Sulzbach.

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