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Taubenküken versehentlich in Storchennest "gerettet" - tot | BR24

© Alexander Auer

Kurz nach der Rettung des Storchenkükens in Pfatter ist das Jungtier von einem Alttier erneut aus dem Nest geworfen und dabei getötet worden.

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    Taubenküken versehentlich in Storchennest "gerettet" - tot

    Ein Taubenküken, das unter einem Storchennest gefunden und zurückgesetzt wurde: Die vermeintliche Rettungsaktion in Pfatter (Lkr. Regensburg) ist nicht gut ausgegangen. Erst im Nachhinein wurde der Irrtum bemerkt. Für das Küken zu spät.

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    Eine Rettungsaktion für ein vermeintliches Storchenküken ist am Sonntag in Pfatter im Landkreis Regensburg ohne Erfolg geblieben: Schon kurze Zeit, nachdem das heruntergestürzte Küken von einer Tierschützerin wieder ins Nest gesetzt worden war, wurde es von einem der Alttiere erneut aus dem Nest geworfen. Das Küken starb.

    Aufwendige Rettungsaktion glückt zuerst

    Die Rettungsaktion war aufwendig. Die Tierschützerin benötigte eine Drehleiter der Feuerwehr, um das Küken wieder ins Nest zu bringen. Laut Landesbund für Vogelschutz (LBV) dürfen Eingriffe an den Nestern nur nach vorheriger Absprache mit den Behörden erfolgen. Eine solche Genehmigung hat die Tierschützerin eigenen Angaben zufolge nicht gehabt. Sie habe jedoch Rücksprache mit dem LBV in Regensburg gehalten und dort die Empfehlung bekommen, das Küken so schnell wie möglich wieder in das Nest zurückzusetzen.

    Altvogel wirft Küken aus dem Nest

    Allerdings: Die Hoffnung, die Altvögel könnten das Jungtier wieder aufnehmen, wurde nicht erfüllt. Kurz nach der geglückten Rettungsaktion packte ein Elternteil das Küken und warf es aus dem Nest - und diesmal überlebte das Küken den Sturz nicht. Der Grund: Das Küken war gar nicht das Kind des Storchenpaares.

    LBV-Sprecherin: "Kommt immer wieder vor"

    Erst im Nachhinein stellte sich - unter anderem durch aufmerksame BR24-Leser - heraus, dass es sich bei dem vermeintlichen Storchenküken um eine Taube handelte.

    "Vermutlich war wohl ganz in der Nähe des Storchennests auch ein Taubennest", vermutet eine Sprecherin des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern. Gerade sehr junge Störche könnten auf Grund ihrer Größe schnell mal mit einem Taubenjungen verwechselt werden. "Da braucht es schon sehr viel Sachkenntnis."

    Aber es sei auch keine Seltenheit, dass Jungvögel aus dem Nest geschmissen oder gar von den Altvögeln aufgefressen werden, komme immer wieder vor, fügt die Sprecherin des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern hinzu. Wenn nicht genug Futter vorhanden ist, "investieren sie lieber gleich nur in die kräftigsten Jungen."

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