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Moore sind wichtig für den Klimaschutz. Doch in der Vergangenheit wurden viele Moore trockengelegt. Vor rund 30 Jahren haben Naturschutzer begonnen, das Donaumoos bei Leipheim zu retten und das Wasser zurückzubringen.

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Rettung eines Moores: Wie das Wasser zurück ins Donaumoos kam

Moore sind wichtig für den Klimaschutz. Doch in der Vergangenheit wurden viele Moore trockengelegt. Vor rund 30 Jahren haben Naturschützer begonnen, das Donaumoos bei Leipheim zu retten und das Wasser zurückzubringen - kein unumstrittenes Projekt.

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Von
  • Joseph Weidl

Ulrich Mäck, der Leiter der Arbeitsgemeinschaft ("ARGE") Donaumoos gerät ins Schwärmen, wenn er von einem seiner schönsten Erlebnisse im Moor in den letzten 30 Jahren erzählt: Während seines Schweden-Urlaubs bekommt er einen Anruf, dass zum ersten Mal zwei Kraniche im Moor bei Leipheim im Landkreis Günzburg gesichtet wurden. Kein Wunder, denn Niedermoorbereiche eigenen sich gut als Rastplätze.

Wie kommt das Wasser zurück?

Doch das wäre nicht immer möglich gewesen im Donaumoos. Anfang der 1990er Jahre war das Moor fast ausgetrocknet und stark verbuscht. Die ARGE Donaumoos, die damals gegründet wurde, hatte einen fast revolutionären Plan: Über einen nahegelegenen Fluss, die "Nau", wurde eine Leitung in das Moos gelegt, um das Wasser zurückzubringen und das Moor wieder zu vernässen. Rund 10 Millionen Euro wurden über einen Staatsvertrag zwischen Bayern und Baden-Württemberg für das Projekt zur Verfügung gestellt. Das Ziel: Das Moor als Kulturlandschaft und Lebensraum für Pflanzen und Tiere wiederherzustellen.

Skepsis und Ängste

Wasser zurück ins Moor zu leiten – diese Idee sorgte nicht nur für Begeisterung. Herbert Prübner etwa lebt in einer Siedlung ganz nahe am Moor. Seine Sorge und die seiner Nachbarn war schon vor rund 20 Jahren, dass durch mehr Wasser im Moor das Grundwasser steigen könnte und einen Graben direkt vor der Siedlung überlaufen lassen könnte. Heute sagt er: Das Wasser sei tatsächlich nicht so stark gestiegen, wie befürchtet - aber nur, weil sich die Bewohner dafür stark gemacht hätten, dass dieser Graben regelmäßig gereinigt wird und so das Wasser aufnehmen kann.

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Moore sind wichtig für den Klimaschutz. Doch in der Vergangenheit wurden viele Moore trockengelegt. Vor rund 30 Jahren haben Naturschützer begonnen, das Donaumoos bei Leipheim zu retten und das Wasser zurückzubringen - kein unumstrittenes Projekt.

Auch Bedenken bei Landwirten

Auch Landwirte hatten Bedenken, dass durch die Wiedervernässung ihre angrenzenden Felder leiden könnten. Noch heute gibt es bei einigen Landwirten eine große Skepsis gegenüber der ARGE. Die wiederum betont, dass man um eine gute Zusammenarbeit bemüht sei. Matthias Letzing, Geschäftsführer des Bauernverbands in Günzburg, sagt, dass man in Absprache mit der ARGE den Pegel der Nauleitung so steuern kann, dass das Wasser nicht zu hoch steigt. Was ihn mehr umtreibt: Damit sich Landwirtschaft auf den feuchten Moorflächen für die Landwirte wirklich lohnen würde, bräuchte es deutlich mehr Förderung vom Freistaat. Projekte wie die grasenden Wasserbüffel im Moos sind schön anzuschauen, leben könne davon aber kein Landwirt.

Mensch und Tier profitieren

Doch nach rund 30 Jahren ARGE Donaumoos kann man sagen: Die Wiedervernässung war erfolgreich, das Moor im Landkreis Günzburg ist von einer trockenen, verbuschten Fläche zu einem einzigartigen Lebensraum geworden – nicht nur für rastende Kraniche, sondern auch für Blaumeise, Bekassine, Sumpfschildkröte oder Pflanzen wie Wollgras oder Schwertlilie. Und auch für den Menschen ist das Naturschutzgebiet ein beliebtes Ausflugsziel. Zahlreiche Wege führen durch das Moor, es gibt eine interaktive "Lauschtour" und geführte Wanderungen.

Ähnliche Pläne für andere Moore

Vielleicht ist das auch in ein paar Jahren in benachbarten Mooren wieder möglich. Die ARGE Donaumoos plant weitere, ähnliche Projekte in der Region, zum Beispiel im Gundelfinger Moos.

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