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"Rettet die Bienen": Blühflächen sind in Bayern rar gesät | BR24

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"Rettet die Bienen" war das erfolgreichste Volksbegehren in der Geschichte Bayerns. Zum Schutz der Artenvielfalt sollte es unter anderem ein größeres Nahrungsangebot für Insekten geben. Doch der Ausbau der Blühflächen kommt nur schleppend voran.

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"Rettet die Bienen": Blühflächen sind in Bayern rar gesät

"Rettet die Bienen" war das erfolgreichste Volksbegehren in der Geschichte Bayerns. Zum Schutz der Artenvielfalt sollte es unter anderem ein größeres Nahrungsangebot für Insekten geben. Doch der Ausbau der Blühflächen kommt nur schleppend voran.

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Abgemähte Wiesen, gestutzte Wegränder. Nahrungsangebote für Insekten sind noch immer eine Rarität. Laut Bund Naturschutz in Bayern wurden 2019 – also vor dem Volksbegehren - rund 95 Prozent der Flächen frühzeitig gemäht. Auch jetzt, so die Experten gibt es noch zu viel intensiv gedüngte Flächen in der Flur. Extensive Blumenwiesen etwa, die spät im Sommer als Heu geerntet werden, bleiben eine Rarität.

Manche Landwirte in Bayern haben umgedacht

Verschiedenste Blumensorten, ein reich gedeckter Tisch für die unterschiedlichsten Insekten. Dass es auch anders geht, zeigt sich bei Münchberg. Jäger Wolfgang Robl setzt in seinem Revier auf Artenvielfalt. Und hat verschiedene Landwirte dafür gewinnen können. Mittlerweile bieten Landwirte in seinem Revier auf 50. 000 Quadratmetern unterschiedlichste Nahrung für Insekten an. In Bayern bekommen die Landwirte für Blühflächen mindestens 600 Euro pro Hektar vom Freistaat – seit dem Volksbegehren für bis zu sechs Hektar je Betrieb.

Blühinseln locken nicht nur Insekten

Von der Insektenfülle profitieren auch andere Tiere, zum Beispiel seltene Brutvögel. "Wir haben es auch wieder geschafft, das Rebhuhn anzusiedeln.", freut sich Jäger Wolfgang Robl. Und auch der Fasan zeigt sich wieder im Revier bei Münchberg. Der Grund: Die Küken brauchen in den ersten Lebenstagen tierische Proteine.

Trotz durchwachsener Bilanz auch positive Signale

"Es ist nicht so, dass es nicht viel zu tun gibt", äußert sich André Maslo, der Leiter der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken. Er hofft auf noch mehr Artenvielfalt in der breiten Fläche. Dennoch seien auch positive Ansätze zu sehen. Wie zum Beispiel in Buttenheim im Landkreis Bamberg. Hier mäht die Gemeinde die Wegränder seit dem Volksbegehren später und nicht mehr komplett bis in die Gräben.

Bürgerinnen und Bürger stimmen für Artenschutz

Im Februar 2019 hatten sich knapp 1,8 Millionen Bürger für das Volksbegehren "Rettet die Bienen" ausgesprochen, das unter anderem vom Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz initiiert wurde. "Rettet die Bienen" ist damit das erfolgreichste Volksbegehren in der Geschichte Bayerns. Am 17. Juli 2019 hatte der Landtag den Gesetzestext zusammen mit dem Begleitgesetz angenommen.