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Der Rettenberger Gemeinderat hat sich mit großer Mehrheit für die neuen Pläne am Grünten ausgesprochen. Die Investoren haben diese in den vergangenen Monaten neu ausgearbeitet.

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Rettenberger Gemeinderat stimmt für neues Konzept am Grünten

Der Rettenberger Gemeinderat hat sich mit großer Mehrheit für die neuen Pläne am Grünten ausgesprochen. Die Investoren haben diese in den vergangenen Monaten neu ausgearbeitet und sorgen nicht nur mit einem neuen Namen für Überraschungen.

Von
Katharina ReichartKatharina Reichart
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Drei der vier Abstimmungen des Rettenberger Gemeinderats zur Modernisierung des Ski- und Wandergebiets am Grünten, dem so genannten Wächter des Allgäus, fielen am Freitagabend einstimmig aus – für das neue Konzept. Lediglich beim Punkt „Erweiterung der Beschneiungsanlagen“ stimmten die drei Vertreter der Grünen dagegen. Die Themen neue Liftanlagen, teilweise Erneuerung der Grüntenhütte sowie ein neues Parkhaus waren unstrittig. Man könne stolz auf diese sehr gelungene Planung sein, sagte Bürgermeister Nikolaus Weißinger (CSU) am Ende der Sitzung.

Projekt am Grünten heißt jetzt „Natur.Genuss.Berg.“

Die Allgäuer Unternehmerfamilie Hagenauer hat ihr Konzept in den vergangenen Monaten komplett überarbeitet. Neu ist schon allein der Name: Der Ausbau am Grünten ist nun mit "Natur.Genuss.Berg." überschrieben. Dieser Slogan ist eine Anlehnung an die Rettenberger Dachmarke "Bier.Genuss.Dorf", die Rettenberg als Brauereidorf touristisch vermarktet. Der bisherige Titel "Grünten BergWelt" taucht in den neuen Plänen nicht mehr auf.

Neue Gondelbahn und Verlegung von Pisten

Im Rahmen der Vorstellung des Projekts erläuterte Betriebsleiter Michl Hagenauer, dass das Skigebiet neu strukturiert werden soll. Die Talstation der neuen 10er-Umlaufbahn mit 48 Kabinen soll weiter südlich als die bisherige Talstation errichtet werden. Die Ganz-Jahres-Kabinenbahn werde aber trotzdem dort münden, wo auch die bisherige Bergstation stehe. Mit den entsprechenden Grundstücks-Eigentümern, auch für eine teilweise neue Pistenführung, habe sich die Familie geeinigt „Die haben wir alle auf unserer Seite“, bestätigte Michl Hagenauer auf Nachfrage eines Gemeinderatmitglieds.

Neue Beschneiungsanlagen und neuer Schneeteich geplant

Angepasst und erweitert werden sollen auch die Beschneiungsanlagen: Während im unteren Bereich des Skigebiets Anlagen abgebaut werden sollen, da dort künftig nicht mehr beschneit werde, soll es weiter oben am Berg neue Beschneiungsschächte geben. Außerdem ist ein zweiter Schneiteich mit einem Fassungsvermögen von 44.000 Kubikmetern geplant.

Grüntenhütte: Umbau und kein Abriss

Die Berg-, Tal- und Mittelstation sollen neu gebaut werden. Vorgesehen sind moderne Gebäude mit begrünten Dächern und Fassaden. Die Bergstation soll neben Räumen für die Bergwacht auch einen Gastronomiebereich samt großer Terrassen sowie eine Art Ausstellung zum Thema Natur beherbergen.

Weiterer Punkt der "Natur.Genuss.Berg."-Pläne ist zudem die neue Grüntenhütte. Die soll nun aber nicht wie ursprünglich geplant komplett abgerissen werden. Der vordere Teil samt Küchentrakt bleibe bestehen, der hintere Teil werde neugebaut und unterkellert. Dort sollen die Zimmer und Lager untergebracht werden.

Parkhaus mit drei Etagen statt Parkfläche

Im Tal soll es nahe der Seilbahnstation statt einer großen Parkfläche ein neues Parkhaus mit drei Etagen für 312 Autos geben. Das verbrauche nur die Hälfte an Platz, so Michl Hagenauer. Als Ausgleichsfläche für das Projekt ist unter anderem eine neue Streuobstwiese geplant.

Neuer Wirtschaftsweg zur Bergstation

Wichtig ist den Investoren auch der Punkt Besucherlenkung. Kleine Trampelpfade, die den Grünten vom Rettenberger Ortsteil Kranzegg aus durchziehen, sollen aufgelöst werden. Stattdessen soll ein durchgängiger Wirtschaftsweg von der Talstation hinauf zur Bergstation angelegt werden.

Investorenfamilie stellt den Genuss in den Mittelpunkt

Laut Anja Hagenauer habe sich ihre Familie in den vergangenen Monaten intensiv damit auseinandergesetzt, für welche Werte sie stehe und welche Werte auch im Projekt zum Tragen kommen sollen. So soll es am Grünten künftig modern und serviceorientiert, aber auch ressourcenschonend und authentisch zugehen. Im Zentrum der Pläne stehe der Genuss: Genuss, nicht nur kulinarisch gesehen, sondern auch bezugnehmend auf Natur, Landschaft und Ausblick. Vor allem bei den Gebäuden oben am Berg werde es deshalb viele Aussichtsmöglichkeiten für die Gäste geben.

Pläne sind wichtiger Impuls in Sachen Tourismus

Für den Rettenberger Bürgermeister Weißinger (CSU) sind die Planungen ein wichtiger Impuls für seine Gemeinde als Tourismusziel. Dort habe man dringend Investitionsbedarf, sagte er.

Gegenwind bereits angekündigt

Trotz breiter Rückendeckung durch den Gemeinderat wird das Projekt am Grünten auch weiterhin Gegenwind bekommen. Der Sprecher der Initiative „Rettet den Grünten“, Max Stark, kündigte das bereits an. Die demnächst öffentlich ausgelegten Pläne werde man sich genau ansehen und Stellungnahmen dazu abgeben, beziehungsweise auch wieder verstärkt Mitstreiter und Umweltverbände mobilisieren.

Landratsamt für Genehmigungsverfahren zuständig

Den nächsten Schritt in Sachen Grünten-Modernisierung muss nun das Landratsamt Oberallgäu machen. Sobald klar ist, dass alle Unterlagen vollständig vorliegen, beginnt ein komplexes Genehmigungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfungen und öffentlicher Auslegung. Hier können Bürger und Träger öffentlicher Belange ihre Einwände gegen das Projekt vorbringen.

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